Rumänische Näherinnen verdienen ein Zehntel

24. August 2001, 15:29
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2.700 S brutto pro Monat

Deta/Wien - Die europäische Industrie kann arbeitsintensive Produktionen in manchen osteuropäischen Ländern zu etwa den selben Kosten erledigen lassen wie in der Volksrepublik China. So entspricht das Einkommen, das Näherinnen des in mittelständischen Autozulieferers Eybl International in Rumänien erzielen können, in etwa jenem von Shanghai. Der Bruttolohn für eine österreichische Arbeiterin ist gut zehn Mal so hoch wie jener ihrer rumänischen Kollegin. Dies geht aus einem Einkommensvergleich zwischen Österreich und diversen Ost-Standorten von Eybl International hervor.

Prämien und Sachbezüge

Die in Krems beheimatete Eybl International beschäftigt rumänischen Deta nahe Temesvar 2.300 Leute, die für Jaguar Autositzbezüge nähen sowie für mehrere deutsche Automarken Lenkräder "beledern". Das Bruttoeinkommen, das die Näher und Näherinnen in Südrumänien beziehen, beläuft sich auf durchschnittlich 200 Euro (2.752 S) pro Monat. Rund 1.300 S davon entfällt auf den Grundlohn, die restliche Bezahlung wird über Prämien und Sachbezüge (Essen, Transport) geleistet. Die Entlohnung, die nach Angaben des lokalen Managements dem ortsüblichen Lohnniveau entsprechen, werden für eine 48-Stundenwoche gezahlt. Die Besteuerung - inklusive Sozialabgaben - beträgt nach einer Grobschätzung des rumänischen Eybl-Managements etwa 20 Prozent der Bruttosumme.

Slowakei 273 Euro brutto pro Monat

Teils spürbar höher liegen schon die Lohnkosten in den ungarischen und tschechischen Fabriken des österreichischen Zulieferkonzerns. In Tschechien verdient eine Näherin mit monatlich (brutto) 514 Euro gut das Zweieinhalbfache, in Ungarn (348 Euro) beinahe das Doppelte ihrer rumänischen Kollegin. In der Slowakei ist mit 273 Euro der Bruttomonatslohn am zweitniedrigsten. (APA)

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