Erste Weltkonferenz gegen Rassismus endete mit einem Eklat

24. August 2001, 14:56
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Gleichsetzung von Zionismus mit Rassismus überschattet auch aktuelle Konferenz

Hamburg - Die erste Weltkonferenz der Vereinten Nationen gegen Rassismus vor 23 Jahren in Genf endete mit einem Eklat: Weil die Mehrheit arabischer, afrikanischer und kommunistischer Staaten eine Erklärung gegen das "zionistische" Israel und das rassistischen Südafrika durchsetzte, verließen die damals neun Länder der Europäischen Gemeinschaft (EG), Norwegen, Kanada, Australien und Neuseeland die Konferenz. Die USA, Israel und Südafrika hatten sich erst gar nicht beteiligt.

Stein des Anstoßes war vor allem eine Passage, in der Israel für die "rassistische Diskriminierung der Palästinenser" verantwortlich gemacht wurde. Obwohl der ursprünglich von arabischen Ländern verlangte Bezug auf die UNO-Resolution 3379 von 1975 und so eine direkte Gleichsetzung von Zionismus und Rassismus fehlte, war der Text für die EG (heute: EU) "sachfremd" und unannehmbar.

Gleichsetzung von Zionismus mit Rassismus überschattet auch aktuelle Konferenz

Im Schlussplenum wurde die Deklaration schließlich von 88 der etwa 130 Delegationen (bei vier Nein-Stimmen) gebilligt. Als Maßnahmen gegen den Rassismus empfahl das Papier Wirtschaftssanktionen und einen Ölboykott gegen Südafrika sowie eine Ächtung der Zusammenarbeit multinationaler Konzerne mit rassistischen Regimen.

An Südafrika und Israel schieden sich die Geister auch auf dem 2. Antirassismus-Kongress im August 1983 wiederum in Genf. Die meisten westlichen Länder stimmten gegen die Schlusserklärung oder enthielten sich. Israelis und Amerikaner blieben auch diesmal fern. Auch die Vorbereitung der am 31. August beginnenden dritten Antirassismus- Konferenz in Durban wird vom Streit zwischen Israel und den arabischen Staaten überschattet. (APA)

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