Kosovo: Logistikbasis für UCK in Mazedonien

24. August 2001, 14:50
13 Postings

Gegen den florierenden Waffenschmuggel kann NATO nur wenig tun

Pristina - Selbst wenn die Kämpfer der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) in Mazedonien den Großteil ihrer Waffen freiwillig an die NATO abgeben sollten, heißt das noch lange nicht, dass sie ohne Arsenal dastünden. Seit Beginn der Kämpfe bezogen sie Waffen, Lebensmittel und Truppenverstärkung aus dem Kosovo. Gegen den florierenden Schmuggel im Bergland konnten die Soldaten der internationalen Gemeinschaft nur wenig ausrichten.

Umfangreiche Waffenlieferungen

Trotz der Präsenz von rund 40.000 Soldaten der NATO-geführten Kosovo-Friedenstruppe KFOR und über 4000 Polizisten der UNO-Mission im Kosovo (UNMIK) zogen Tag für Tag Maulesel, Lastwagen und Autos aus dem Kosovo in die von den Rebellen kontrollierten Gebiete im Norden, Nordwesten und Westen Mazedoniens. Ihre wertvolle Ladung: Maschinengewehre, Raketenwerfer, Munition und Nahrung. Viele Waffen stammen noch aus den Lagern der offiziell aufgelösten "Kosovo-Befreiungsarmee" UCK. Ein Teil wird kommt zudem aus Albanien, auch dann führen die Transportwege meist durch das Kosovo.

Ortskundige Dorfbewohner geleiten die Frachtzüge sicher durch die Bergkette von Sar, der natürlichen Grenze zwischen der Region von Prizren im Kosovo und dem Gebiet um Tetovo in Mazedonien. Auf den engen Pfaden und Wegen in bis zu 2700 Meter Höhe sei es kein großes Problem, die Grenze unbehelligt zu passieren, sagt ein Albaner aus dem Kosovo, der die Route regelmäßig frequentiert. Zwar hat die KFOR bereits mehrfach Schmuggler aufgegriffen, doch nach Angaben der UCK bedeuteten die jeweils beschlagnahmten Mengen keinen ernsthaften Verlust für die Rebellen.

Personelle Verstärkung

Neben der Logistik erhielt die UCK aus dem Kosovo auch personelle Verstärkung. Die Provinz ist nicht nur ein Rückzugsort für müde oder verletzte Rebellen, sondern beherbergt nach Erkenntnissen der UNO regelrechte Trainings- und Ausbildungslager für neu rekrutierte Kämpfer. Die meisten von ihnen sind ehemalige Rebellen der 1999 aufgelösten UCK im Kosovo, andere haben Kampferfahrung aus der so genannten "Befreiungsarmee für Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB), die an der Kosovo-Administrativgrenze in Südserbien aktiv war. (APA/AFP)

Share if you care.