Rassismus

24. August 2001, 14:56
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Hamburg - UN-Generalsekretär Kofi Annan nennt Rassismus "eine Krankheit, unter der die Menschheit schon immer und überall gelitten hat". Ausdruck des Rassismus ist die Geringschätzung von Menschen anderer Herkunft, Kultur und Hautfarbe. Ihre Diskriminierung und Unterdrückung - bis hin zur physischen Ausrottung - wurde besonders im 19. Jahrhundert ideologisch legitimiert.

Die Ideologie des Rassismus behauptet mit unzutreffenden biologisch-anthropologischen Argumenten, dass Menschen unterschiedlicher Abstammung nicht gleich seien. Daraus wird der Anspruch abgeleitet, dass die eigene Rasse den anderen überlegen ist. Intoleranz und aggressives Verhalten gegen "Minderwertige" wurden so gefördert.

Dagegen hat zuletzt die Entschlüsselung des menschlichen Genoms deutlich aufgezeigt, dass jeder Mensch 99,9 Prozent seiner Erbsubstanz mit allen Menschen gemeinsam hat, die auf der Erde leben. Menschen aus unterschiedlicher ethnischer Herkunft können einander genetisch ähnlicher sein als die Individuen innerhalb einer ethnischen Gruppe.

Nichtsdesotrotz sind ethnische Konflikte und Fremdenfeindlichkeit aktueller Ausdruck von Rassismus in vielen Teilen der Welt - auch in europäischen Ländern. Inzwischen großenteils überwundene Varianten waren Kolonialismus und Sklaverei, der Holocaust sowie die Politik der Rassentrennung in Südafrika (Apartheid). Gegen die von arabischen Ländern verlangte Gleichsetzung von Zionismus (Gründungsidee des jüdischen Staates) und Rassismus wehren sich Israel und die USA vehement.

Die Vereinten Nationen bemühen sich seit ihrer Gründung um Maßnahmen zur Bekämpfung der Rassendiskriminierung. Die auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fußenden Prinzipien wurden Ende 1965 in einer Konvention festgelegt. (APA)

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