Alltagsrassismus ist weit verbreitet

24. August 2001, 14:26
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Wien - Vorbehalte gegen "Fremde" sind nach einer Studie der Beobachtungsstelle über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) in Europa keine Einzelfälle. Ein signifikanter Prozentsatz fühlt sich durch die Nähe von Menschen anderer Nationalität, Religion oder "Rasse" persönlich gestört. Die diesbezügliche Einstellung der Österreicher liegt im europäischen Durchschnitt.

Obschon die moderne Gentechnik längst den Beweis erbracht hat, dass es aufgrund der globalen genetischen Gemeinsamkeiten keine unterschiedlichen menschlichen "Rassen" gibt, geben 14 Prozent der Österreicher an, sich durch die Gegenwart von Menschen anderer "Rassen" gestört zu fühlen. Weitere sieben Prozent können oder wollen die Frage nicht eindeutig beantworten, immerhin 79 Prozent fühlen sich in Gegenwart "Fremder" nicht unwohl. Damit liegen die Österreicher ziemlich exakt im EU-Mittel. Extrem ablehnend gegenüber anderen zeigen sich Belgier und Griechen, besonders freundlich die Spanier.

Noch wesentlich unterschiedlicher sind die Ergebnisse, werden Europäer nach leichter fassbaren Kategorisierungen ihrer Mitmenschen befragt: 15 Prozent fühlen sich durch die Präsenz von Menschen anderer Nationalität gestört, vier Prozent wissen es nicht genau, 81 Prozent haben kein Problem mit Ausländern. Österreicher sind in der Frage, ob sie sich in Gegenwart von Ausländern wohl fühlen, deutlich unschlüssiger (15/13/72), wohingegen gleich mehr als ein Drittel der Dänen keine Nicht-Dänen um sich haben will. Auch hier ein Muster an Toleranz bieten die Spanier.

Toleranter als der EU-Durchschnitt zeigen sich die Österreicher in Bezug auf ihre Haltung gegenüber Angehörigen anderer Religionen: "Nur" zwölf Prozent sehen sich durch ihre Gegenwart gestört, sechs Prozent sind unschlüssig und 82 Prozent hat kein Problem mit Moslems, Buddhisten - oder Christen. Der Durchschnitt der EU-Bürger ist in dieser Frage geringfügig intoleranter, besonders ablehnend zeigen sich auch in dieser Frage die Dänen, besonders offen einmal mehr die Spanier. (APA)

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