Internationaler Ernährungskongress in Wien

24. August 2001, 15:04
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Über 3.000 Wissenschafter diskutieren über gesunde Nahrung

Wien - Gentechnik, Biotechnologie und Vegetarismus sind nur einige der Themen des Internationalen Ernährungskongresses, der nach 16 Jahren zum ersten Mal wieder in Europa stattfinden wird. An die 3.500 Wissenschafter aus 110 Ländern kommen ab dem 26. August unter der Leitung von Professor Ibrahim Elmadfa vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien zusammen.

Functional Food -Symposien

In über 100 Work-Shops und Symposien wird das gesamte Spektrum der Gesundheitsprävention durch Ernährung behandelt. Das Programm reicht von der Lebensmittelsicherheit, der Nährstoffversorgung für Schwangere bis hin zum Functional Food-Konzept der großen Lebensmittelkonzerne. Bei Functional Food werden den Lebensmitteln gesunde Zusatzstoffe beigemengt, wie dies beispielsweise bei den probiotischen Joghurts der Fall ist.

Erfahrungen sollen auch Endverbraucher verständlich gemacht werden

Man habe sich bemüht, im Vergleich zu früher verstärkt Teilnehmer aus Entwicklungsländern, Frauen und Studierende zum Kongress zu bringen. Letztere werden durch Reisekostenzuschüsse unterstützt und werden im Rahmenprogramm mit einheimischen Kollegen zusammentreffen.

Obwohl das Treffen für Fachleute konzipiert wurde, achte man auf Formulierungen, die auch für den Endkonsumenten verständlich seien. Die allgemeine Kongress-Sprache wird allerdings Englisch sein, da man sich auf Grund des kleinen Budgets keine Simultanübersetzungen leisten könne, so Elmadfa. "Deshalb gilt: Eine Sprache für alle."

Weiteres Novum wird ein Focusthema im Rahmen des üblichen Ablaufs sein. Afrika steht dabei im Rampenlicht der wissenschaftlichen Öffentlichkeit. "Afrikaner sollen uns über ihren Kontinent informieren - über ihre Probleme und Lösungsvorschläge", skizziert Elmadfa das neue Konzept.

Voraussetzungen für eine gesunde Ernährung

Als sein Ziel, das durch das Treffen erreicht werden soll, bezeichnet der Wiener Wissenschafter, dass "wir mit handfesten Lösungsvorschlägen und Ergebnissen nach Hause gehen. Denn bisher begreifen die Leute zwar die Voraussetzungen für eine gesunde Ernährung, aber sie handeln nicht danach".

Trotz der hehren wissenschaftlichen Ziele sollen auch die sozialen Aktivitäten für die zahlreichen Besucher aus aller Welt nicht zu kurz kommen. So ist am Dienstag ein Treffen mit Bürgermeister Michael Häupl geplant, dem am Mittwoch ein "Masseneinfall" in den Grinzinger Heurigen folgen wird. (APA)

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