Schröder im Tief

24. August 2001, 13:51
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Deutscher Kanzler und seine Partei muss laut Umfragen deutliche Schlappe hinnehmen

Mainz - Die deutschen Unionsparteien CDU/CSU haben in der politischen Stimmung erstmals seit elf Monaten wieder die Führung vor der regierenden SPD übernommen. Nach dem am Freitag veröffentlichten jüngsten ZDF-Politbarometer für August kam die SPD nur noch auf 38 Prozent Zustimmung (nach 42 Prozent im Juli). Die Union verbesserte sich von 36 auf 39 Prozent. Die Grünen legten von sechs auf acht Prozent zu, die FDP fiel von zehn auf sieben Prozent zurück. Die PDS stieg von vier auf fünf Prozent.

Es geht abwärts

Auch die so genannte Sonntagsfrage erbrachte ähnliche Ergebnisse. Die SPD kam dabei auf 39 Prozent (minus zwei Punkte), die Grünen auf sechs Prozent (plus eins), CDU/CSU auf 37 Prozent (plus zwei), die FDP auf acht (minus eins), die PDS blieb bei fünf Prozent. Damit hätten wie schon im Juli weder SPD/Grüne noch SPD/FDP noch CDU/CSU/FDP eine Mehrheit im Parlament.

Zur Wirtschaftslage meinten 49 Prozent der Befragten, es gehe abwärts. Das ist der höchste Wert seit Juli 1997. Die Wirtschaft im Aufschwung sehen nur noch acht Prozent. Keine Veränderung erwarten 40 Prozent. Für den Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr seien 46 Prozent der Befragten, 45 Prozent lehnten ihn ab, neun Prozent hätten dazu keine Meinung.

Auf der Liste der wichtigsten Politiker liegt Außenminister Joschka Fischer auf einer Skala von plus 5 bis minus 5 mit einem Durchschnittswert von 1,9 weiterhin in Front (Juli 2,1). Bundeskanzler und SPD-Chef Gerhard Schröder erlitt einen Einbruch von 2,0 im Juli auf 1,3 im August, blieb aber auf Platz 2. Es folgten Finanzminister Hans Eichel (SPD) mit 1,0 (Juli 1,3) und CSU-Chef Edmund Stoiber mit 0,8 (Juli 0,9).

Geringer Vorsprung auf Stoiber

In der Kanzlerpräferenz liegt Schröder mit 57 (60) Prozent klar vor der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel, die 31 (30) Prozent erreicht. Viel geringer ist sein Vorsprung auf Stoiber: Schröder könnte dann mit 48 (54) Prozent rechnen, für den bayerischen Ministerpräsidenten würden 41 (37) Prozent stimmen. Dem in den Medien erhobenen Vorwurf, Schröder sitze wie sein Vorgänger Helmut Kohl (CDU) die Probleme aus, stimmten 50 Prozent der Befragten zu. (APA/dpa/Reuters)

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