Sörensen klarer Favorit bei AUA

24. August 2001, 18:39
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Ex-ÖBB-Chef Helmut Draxler steht nicht mehr zur Verfügung

Wien - Die Suche nach dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Austrian Airlines dürfte bald zu Ende sein. Maßgebliche Kräfte in Eigentümer- und Aufsichtsratskreisen der Airline haben sich dem Vernehmen nach bereits geeinigt: Vagn Sörensen (41), bis Anfang August diese Jahres Vize-vorstandschef bei der SAS Scandinavian Airlines, hat im Poker eindeutig die besten Karten. Das wurde dem _Standard am Freitag mehrfach bestätigt. Die ÖIAG ist mit einem Aktienpaket von 39,7 Prozent der größte Einzelaktionär bei der AUA.

Angesprochen auf das hartnäckige Gerücht, Sörensen hätte bereits die fixe Zusage in der Tasche, bevor die zuständigen Gremien befasst worden seien, sagte ÖIAG-Vorstand und AUA-Aufsichtsratspräsident Johannes Ditz: "Es gibt hervorragende Kandidaten, aber es ist noch keine Entscheidung gefallen. Sörensen ist sicher sehr qualifiziert. Aber auch Draxler ist ein hervorragender Sanierungsmanager. Es gibt noch verschiedene Gespräche. Bis Ende September wollen wir einen neuen Vorstand haben."

Draxler steht nicht mehr zur Verfügung

So lange dürfte es nicht mehr dauern: Ex-ÖBB-Chef Helmut Draxler, der erst Ende Juli seinen Hut bei den Bundesbahnen nehmen musste, steht dem Vernehmen nach nicht mehr zur Verfügung. Draxler soll lediglich am Vorstandsvorsitz Interesse gezeigt haben, was er aber, angesichts seiner Branchenfremdheit, "nicht geworden wäre", so ein ÖIAG-Aufsichtsrat.

Am Montag stellen sich somit vier Manager einem Hearing des Personalausschusses der AUA. Draxler wird daran nicht teilnehmen, er "weilt im Ausland". Neben Sörensen präsentieren sich am Montag der ehemalige British Airways-Manager Carl Michel (38), Lufthansa-Vertriebsvorstand Thierry Antinori (40) und der im Mai zum Lauda-Air-Vorstandschef bestellte Christian Fitz (41).

Vier Manager

Der AUA-Vorstand soll laut Ditz künftig aus vier Managern bestehen. Die rot-weiß-rote Luftlinie gilt nicht erst seit der Übernahme der Lauda Air unter Branchenkennern als "Sanierungsfall". Dies dürfte auch die Chancen von AUA-Finanzchef Fritz Otti auf einen Vorstandsposten zunichte gemacht haben.

Sörensen werden von Luftfahrtexperten nur Rosen gestreut. Ein hochrangiger AUA-Manager etwa sagte: "Sörensen wäre von der Erfahrung her sicher die beste Besetzung. Er war bei der SAS seit zehn Jahren in absoluter Topposition tätig. Er ist auch ein menschlicher Manager."

Überraschendes Ausscheiden bei der SAS

Mehr als ein Auge muss der AUA-Aufsichtsrat aber wohl zudrücken, wenn es um den Grund für Sörensens überraschendes Ausscheiden bei der SAS geht. Der Däne stolperte Anfang August über unerlaubte Kartellabsprachen und zog die Konsequenzen. Brüssel hatte der SAS, Nummer sechs in Europa, eine saftige Strafe von rund 900 Mio. S (65,4 Mio. Euro) aufgebrummt. Fast 800 Millionen Schilling macht der AUA-Halbjahresverlust aus. (Michael Bachner, DER STANDARD, Printausgabe 25.8.2001)

Der Däne Vagn Sörensen, bis vor kurzem zweiter Mann der SAS Scandinavian Airlines, dürfte bald neuer Chef der Austrian Airlines sein. Drei weitere Manager stellen sich aber noch am Montag einem Hearing des AUA-Personalausschusses. Ex-ÖBB-Chef Helmut Draxler steht nicht mehr zur Verfügung.

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