Salzburgs AK-Präsident empört über "Nein" zu Hochleistungstrasse

24. August 2001, 11:57
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Böhm: HL-Strecke wäre für Salzburgs Wirtschaft "enorm wichtig gewesen"

Salzburg - "Die HL-Trasse wäre für die wirtschaftliche Entwicklung Salzburgs enorm wichtig gewesen, Lösungen mit fast allen Anrainergemeinden sind bereits zustande gekommen. Ich bin empört über die plötzliche Absage durch BM Forstinger und über die Kurzsichtigkeit dieser Entscheidung." So reagierte Salzburgs Arbeiterkammer-Präsident Alexander Böhm auf die vor einigen Tagen vom Verkehrsministerium bestätigten Angaben, wonach ein viergleisiger Ausbau der Westbahn zwischen Wels und Salzburg nicht mehr weiter verfolgt wird.

Ohne Trasse bleibt Westbahn in Salzburg Nadelöhr

"Die trassenmässige Sicherung der Hochleistungsstrecke und die zeitliche Fixierung wäre für Salzburg verkehrspolitisch gerade im Zug der EU-Osterweiterung besonders wichtig, da abzusehen ist, dass der Schwerpunkt des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur sich für lange Zeit in den Osten Österreichs verlagern wird", so Böhm, der befürchtet: "Ohne echte HL-Strecke bleibt die Westbahn im Land Salzburg ein Nadelöhr und eine Langsamfahrstrecke im europäischen Bahnnetz. Die zentraleuropäische Achse Paris-München-Salzburg-Wien-Budapest ist nun ihres Kernstücks beraubt."

Drittes Gleis keine Ersatzlösung

Ein drittes Gleis ist nach Ansicht des AK-Präsidenten "keine Ersatzlösung". Die Mischung von wenigen schnellen Zügen (mit Neigetechnik) mit vielen langsamen Regional- und Güterzügen bringe nur eine "eher geringe Durchsatzkapazität". Erfahrungsgemäß wirke sich das Nebeneinander von unterschiedlich schnellen Zügen auf einer Strecke nachteilig auf die Kapazität aus.

"Befremdet" zeigte sich Böhm auch "über das bisherige Schweigen der Landespolitik zu dieser Entscheidung, die Salzburg mittelfristig in eine Randlage manövriert". "Schon im alten Rom" hätten die Städte nur an den Handelsrouten floriert. (APA)

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