EU-Delegation trifft Castro

24. August 2001, 11:54
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Auch Treffen mit Opposition geplant

Havanna - Eine von Belgiens Außenminister Louis Michel angeführte Delegation der Europäischen Union ist am Donnerstag in Havanna mit dem kubanischen Präsidenten Fidel Castro zusammengekommen. Castro sagte vor dem Treffen mit Verweis auf die Beziehungen zwischen Kuba und der EU: "Wir hoffen das Beste, nicht für uns, sondern für die Europäer und die Welt." Kuba hat als einziges Land in Lateinamerika keine Handelsabkommen mit der Europäischen Union. Die Delegation sollte sich am Freitag auch mit vier Oppositionellen treffen.

Die Vertreter der EU trafen Castro um 22.00 Uhr Ortszeit (05.00 Uhr MESZ) im Palast der Revolution. Nach einer kurzen Pressekonferenz zogen sich Castro und seine Gäste zu einem Gespräch hinter verschlossene Türen zurück. Das Verhältnis zwischen der EU und Kuba hatte gelitten, als Kuba den Besuch einer Gruppe von EU-Ministern im vergangenen Jahr abgesagt hatte, nachdem die EU Menschenrechtsverletzungen in Kuba kritisiert hatten.

Der Plan Michels, sich mit den vier gemäßigten Oppositionellen Martha Beatriz Roque, Rene Gomez Manzano, Gerardo Sanchez und Oswaldo Paya zu treffen, stößt bei der kubanischen Regierung nach Einschätzung von Beobachtern auf Missbilligung. Aus oppositionellen Kreisen verlautete, die EU-Delegation solle über die mangelnde Meinungsfreiheit und die Inhaftierung von über 250 politischen Gegnern in Kuba aufgeklärt werden. Kuba sieht alle Oppositionellen als von den USA gesteuerte Konterrevolutionäre. (APA/Reuters)

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