Vorarlberger FPÖ wünscht sich "Flying Nannies"

24. August 2001, 10:50
3 Postings

Vorschlag für flexible Kinderbetreuung

Bregenz (APA) - Ein neuer Vorschlag in Sachen Kinderbetreuung kam gestern von der FPÖ Vorarlberg. Das Modell sieht vor, dass Kinder berufstätiger Eltern von so genannten "Flying Nannies" ähnlich wie bereits in Niederösterreich in Zukunft zu Hause betreut werden. "In Zeiten,wo man über längere Ladenöffnungszeiten nachdenkt, ist es auch wichtig, sich über eine flexible Kinderbetreuung Gedanken zu machen", betonte FPÖ-Klubobmann Dieter Egger.

"Flying Nannies"

"Flying Nannies" gibt es in Niederösterreich bereits seit Herbst 1997. Dabei handelt es sich um die Hausbetreuung von Kindern bis zu zwölf Jahren durch ausgebildete Kindergärtnerinnen. Großer Vorteil: Die Nannies beginnen, wenn gewünscht, bereits um 6.00 Uhr morgens mit ihrer Arbeit und sind auch bis 22.00 Uhr abends im Einsatz. "Viele Beschäftigte arbeiten heutzutage nicht mehr zu den früheren Regelzeiten. Großes Problem war bisher immer die Beaufsichigung der Kinder", so Egger. Das von ihm vorgeschlagene Modell nehme erstmals Rücksicht auf Eltern die in atypischen Beschäftigungsverhältnissen stehen.

Gleichzeitig könnten mit dieser neuen Art der Kinderbetreuung mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Einerseits könnten so arbeitslose und Arbeit suchende Erzieherinnen in ihrem Berufsumfeld eingesetzt werden, andererseits werde den Eltern eine optimale Betreuung ihrer Kinder garantiert.

Bis zu 80 Schilling Selbstbehalt pro "Nanny-Stunde"

In Niederösterreich wird das Projekt "Flying Nannies" zu 70 Prozent aus den Töpfen des Arbeitsmarktservice (AMS) finanziert, einen kleinen Teil der Kosten trägt das Land, den Rest bringen die Eltern auf. Dieser Selbstbehalt ist in Niederösterreich sozial gestaffelt und beträgt bis zu 80 Schilling pro Stunde. "Die Finanzierung müsste freilich noch auf Vorarlberger Verhältnisse übertragen werden", so Egger. Er könne sich aber auch vorstellen, Teile der im Jahr 2003 frei werdenden Mittel aus dem Familienzuschuss für die flexible Kinderbetreuung zu verwenden.

Wenn der politische Wille da sei, könne er sich eine rasche Umsetzung dieses Modells gut vorstellen. Erste Vorgespräche mit dem Koalitionspartner ÖVP seien durchaus positiv verlaufen.

SPÖ: Für Alleinerzieherinnen finanziell nicht verkraftbar

Kritik am Vorschlag der FPÖ kommt heute aus den Reihen der Vorarlberger SPÖ. SPÖ-Landesvorsitzende Elke Giesinger zeigte sich gerade was die Finanzierung betrifft äußerst skeptisch. Sie gab zu Bedenken, dass eine Kinderbetreuung hauptsächlich von allein erziehenden Müttern in Anspruch genommen werde. Gerade für diese Mütter sei eine zusätzliche finanzielle Belastung aber kaum zu verkraften, so Giesinger in einer Aussendung. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.