Kneissl will heuer Break-Even erreichen

24. August 2001, 12:15
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Nach Umstrukturierung konzentriert sich das Unternehmen voll auf Marketing: neuen Soft-Schischuh

Wien - Der Tiroler Sportartikel-Hersteller Kneissl & friends will mit neuen Produkten und einem Markenrelaunch heuer den Break Even Point erreichen. "Nachdem das Umstrukturierungsprogramm abgeschlossen ist, konzentrieren wir uns jetzt voll auf Marketing und Vertrieb", sagte der neue Kneissl-Geschäftsführer Florian Brunner im Gespräch mit der APA. Im darauffolgenden Geschäftsjahr 2002/03 will er den ehemaligen Skihersteller, der die vier Marken Kneissl, Raichle, DeeLuxe und Dynafit vereint, bereits wieder schwarze Zahlen schreiben.

Tiefrote Bilanzen in den letzten Jahren

In den vergangenen drei Geschäftsjahren waren die Bilanzen des Unternehmens rot. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 ging der Umsatz auf 750 Mill. S zurück von 850 Mill. S im Jahr davor. Heuer werde zwischen 750 und 800 Mill. S umgesetzt, erwartet Brunner, der im Mai die Geschäftsführung der Kneissl & friends GmbH übernommen hat. "Uns war wichtig, den Umsatz zu stabilisieren", betont er. Die teure Umstrukturierung sei "im wesentlichen" abgeschlossen. Konkret wurden die Raichle-Schuhproduktion in der Schweiz im März 2000 geschlossen sowie eine Schuhproduktion in Ungarn verkauft. "Weg von Produzenten, hin zum Marketing-Unternehmen", beschreibt der Ex-Mistral Sports Group-Chef Brunner den eingeschlagenen Weg.

Nischen wie Carving interessant

Ziel sei es nun einerseits im Ski-Bereich - mit einem Umsatzanteil von 40 Prozent nach wie vor das Herzstück der Gruppe - spezielle Nischen wie Carving oder All-Mountain-Fahrer zu bedienen, in denen Kneissl bereits ein gutes Image habe. "Wir wollen den Gedanken, den wir mit dem Soft-Skischuh begonnen haben im Ski fortsetzen", so Brunner. Der im Frühjahr präsentierte und von Kneissl entwickelte "weiche" Skischuh "Rail" wird ab Herbst im Handel sein. Im Unterschied zu Konkurrenten wie Salomon und Rossignol habe Kneissl die Softboots der Snowboarder, die das Unternehmen seit langem produziert, für Alpinskifahrer weiterentwickelt. Die Vororders seien zufriedenstellend, wenn die Händler auch generell vorsichtig seien, berichtet Brunner.

Längerfristige Strategie

Darüber hinaus will Kneissl langsam zurück in den Rennsport. "Wir verfolgen hier einen längerfristige Strategie", so Brunner. Konkret sollen etwa Junior-Rennski entwickelt und verstärkt der Skifahrernachwuchs in Österreich und Deutschland gefördert werden.

Die unter der Marke Raichle/DeeLuxe zusammengefasste Snowboard-Schuh-Sparte wurde zuletzt um den Bereich Bindungen - darunter eine völlig neues Step-In-System - erweitert um den Schneebrett-Fahrern entsprechende "Funktionseinheiten" anbieten zu können. Zudem werden nun auch Snowboards angeboten.

Die Sommerkollektion von Raichle mit Trekking-, Hiking- und Berg- und Outdoorschuhen wurde ebenfalls erweitert. Die erste Resonanz nach drei Messen sei gut, das Angebot soll noch weiter vertieft werden, so der Neo-Geschäftsführer, der hier Umsatzzuwächse von 30 bis 40 Prozent erwartet. Raichle sei "der Ausgleich zur Winterlastigkeit" der restlichen Gruppe. Die Marke Dachstein, unter der in Österreich und Deutschland Trekking- und Hiking-Schuhe angeboten werden, wird derzeit überarbeitet. Rund ein Viertel des Kneissl-Umsatzes entfällt auf den Outdoor-Bereich.

Marken-Repositionierung dauert

Insgesamt werde es 3 bis 5 Jahre dauern, bis die Repositionierung der Marken abgeschlossen ist, erwartet Brunner. Auch für die Internationalisierung ist noch Spielraum: Derzeit werden 60 Prozent des Umsatzes in den Hauptmärkten Österreich, Deutschland und der Schweiz gemacht, 19 Prozent in Japan sowie 6 Prozent in den USA.

Die Kneissl-Gruppe beschäftigt heute weltweit noch rund 270 Mitarbeiter, 160 davon in Kufstein, wo auch die Skiproduktion angesiedelt ist und etwa 35 in der verbliebenen Innenskischuh-Produktion Ungarn. Hauptaktionäre der Holding, der Kneissl Dachstein Sportartikel AG sind mit 30 Prozent der Sanierer Erhard Grossnigg, sowie mit 29 Prozent der Kärntner Bau- Hans Peter Haselsteiner über die BREG Gesellschaft für Bau- und Revitalisierung GmbH. (APA)

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