Verbraucherschützer raten von "Functional Food" ab

24. August 2001, 12:39
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Studien mit Cholesterin senkender Margarine zeigten den Angaben zufolge Nebenwirkungen bei höherer Dosierung

Frankfurt/Main - ACE-Produkte, mit Sauerstoff angereichertes Wasser, Milch ohne Laktose, Cholesterin senkende Margarine - die Gesundheitswelle schwemmt immer mehr so genannte funktionelle Lebensmittel auf den deutschen Markt. Doch diese Produkte können auch unangenehme Nebenwirkungen haben, wie die Verbraucher-Zentrale Hessen in Frankfurt am Main betont.

Die Experten fordern daher Vorschriften, die Rahmenbedingungen für die gesundheitliche Werbung, für den wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit und für die Sicherheit der Produkte festlegen. So habe sich etwa herausgestellt, dass das in ACE-Getränken enthaltene Beta-Carotin bei starken Rauchern Gesundheitsschäden verursachen könne, erklärte die Zentrale.

Studien mit Cholesterin senkender Margarine zeigten den Angaben zufolge Nebenwirkungen bei höherer Dosierung. Daraufhin sei die Konzentration des Stoffs beschränkt worden, der das Cholesterin senke. Unklar sei auch, ob der Sauerstoff aus dem damit angereicherten Wasser empfindliche und lebensnotwendige Nahrungsbestandteile beeinträchtige.

"Es ist also derzeit noch völlig offen, ob funktionelle Nahrungsmittel tatsächlich die Gesundheit fördern, ob ein Dauergebrauch vielleicht sogar schadet oder ob er einfach nichts bringt - abgesehen von den Zusatzkosten", erklärte die Verbraucherzentrale. Sie rät daher vom Konsum solcher Produkte ab. Die positivste Wirkung auf den Organismus sei noch immer mit einer abwechslungsreichen und möglichst naturbelassenen Ernährung zu erreichen. Auf keinen Fall dürften funktionelle Lebensmittel den Arztbesuch oder eine eventuell notwendige Arzneimitteltherapie ersetzen. (APA)

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