Amadeus sucht Käufer

24. August 2001, 19:03
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Weiterer Schritt in Richtung Sanierung - Indessen Werbung für billige Schreibwaren

Wien - Der Vorstand der im Ausgleich befindlichen Buch-und Medienhandelskette Libro ist vom Aufsichtsrat ermächtigt worden, Verhandlungen über den Verkauf der Buchhandelskette Amadeus und der Libro Entertainment zu führen.

Libro erstelle derzeit ein Informationsmemorandum für potentielle Investoren. Darunter dürften die deutschen Unternehmen Douglas und Hugendubel sein. Die Amadeus-Kette soll laut Libro-Vorstand Werner Steinbauer nur en bloc verkauft, nicht filetiert werden. Ein Paketverkauf mit Libro bleibe ein Option.

Sanierung

Der Verkauf von Amadeus sei ein weiterer Schritt in Richtung Sanierung des Kerngeschäftes. Beide Marken - Libro als Filialist und Amadeus als Fachbuchhandlung - verfolgten unterschiedliche Philosophien. Amadeus hat dieser Tage von bisher 30 Filialen sieben geschlossen.

Kein Pflichtangebot

Die Übernahmekommission habe weiters festgestellt, dass der Erwerb der Libro-Aktien durch den Wirtschaftsprüfer Gottwald Kranebitter dem Sanierungsprivileg des Übernahmegesetzes entspricht. Ein Pflichtangebot an Kleinaktionäre sei daher nicht zu stellen gewesen.

Werbung

Indessen startet auch Amadeus Werbung für den kommenden Schulbeginn, etwa via Werbebeilagen in Zeitungen. Darin zeigt sich ein Widerspruch zum oben genannten Markentrennungskonzept: Denn es wird weniger für Bücher als vielmehr für verbilligte Schreibwaren, Schultaschen oder Taschenrechner geworben. Also für Produkte, auf die sich eigentlich Libro konzentrieren will. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 25.8.2001)

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