Euro-Verteilung an Banken läuft an

24. August 2001, 07:27
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Noch nie war in Österreich so viel Geld unterwegs

Wien - Mögliche Gefährdungsszenarien sind wieder und wieder durchgespielt worden: Vom bewaffneten Raubüberfall auf einen Transporter bis zum simplen Motorschaden, der eines jener Fahrzeuge, die in diesen Monaten Euro-Bargeld in Österreich verteilen, zum Halt auf offener Strecke zwingt. "Bis jetzt hat es keinerlei unliebsame Zwischenfälle gegeben", lautet die Zwischenbilanz des Exekutive, ehe im kommenden Monat die im Fachjargon "Phase zwei" genannte Euro-Verteilung von den Nationalbank-Zweigstellen an Banken und Großkunden beginnt.

Die "grobe" Verteilung von Euro-Bargeld, nämlich jene von der Nationalbank in Wien zu deren Zweigstellen in den Bundesländern, ist nun annähernd abgeschlossen. Die Sicherheitsmaßnahmen, deren Festlegung bereits vor zwei Jahren in Angriff genommen wurde, haben gegriffen. Die Transportfahrzeuge sind unter größter Geheimhaltung unterwegs, dafür unter starker Bewachung durch Gendarmerie und Polizei.

Größtmögliche Diskretion

Größtmögliche Diskretion heißt auch die Devise für die Lieferungen an Banken, Postämter und Großkunden. In den Monaten September und Oktober wird pro Strecke - durchgeführt vom Sicherheitsunternehmen Securitas (Banknoten) und der Post AG (Münzen) - zwar weniger Geld unterwegs sein. Da aber die Zahl der Transportziele ungleich höher ist und damit jene der damit befassten Menschen, waren die Vorbereitungen der Sicherheitskräfte weitaus arbeitsaufwendiger.

In dieser Vorverteilungsphase müssen 7.900 Bankfilialen und Postämter mit rund 7.500 Tonnen Münzen im Wert von 727 Millionen Euro (rund zehn Milliarden Schilling) und Banknoten im Wert von 10,6 Milliarden Euro (146 Milliarden Schilling) versorgt werden. "Jeder Transport wird von Sicherheitskräften begleitet", sagte Helmut Steiner, in der Generaldirektion für öffentliche Sicherheit zuständig für die Koordination der Sicherheitsmaßnahmen, der APA. "Zusätzlich werden auch örtliche Dienststellen eingebunden. Da es sich um ein Thema von äußerster Sensibilität handelt, werden sie relativ kurzfristig informiert."

Kommunikation zwischen Sicherheitskräften und Nationalbank

Wichtiger Bestandteil der Sicherheitsvorkehrungen ist laut Steiner die Kommunikation zwischen Sicherheitskräften, Nationalbank, Banken und Großkunden. "Diese Schiene muss gut funktionieren. Unsere Beamten haben entsprechende Kontakte mit den Bankmitarbeitern hergestellt."

Gerüstet ist man auch, wie Steiner betont, für den Fall der Un- oder Überfälle. Während aus kriminaltaktischen Gründen nichts darüber verlauten soll, welches Polizei- oder Gendarmerie-Aufgebot ausrückt, falls unterwegs Räuber zuzuschlagen versuchen, ist es kein Geheimnis, dass im Fall einer Reifenpanne kein "gelber Engel" vom Autofahrerclub um Hilfe gebeten wird. Dann wird eilends ein Ersatzwagen herbeigerufen - während der "Patschen" am liegen gebliebenen Fahrzeug der bestbewachte aller Zeiten sein wird. (APA)

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