Wettsaison

24. August 2001, 00:58
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Anatomie, Analyse und abschließende Verteidigung einer Sucht oder warum Lokomotive Tiflis aus der UEFA ausgeschlossen gehört

Jetzt spielen sie wieder, und zwar alle. Lang hat' s gedauert. Aber nicht zu lang. Die Italiener und die Spanier sind die letzten, die dazukommen. Dafür spielen sie auch den Winter durch. Die Saison ist endgültig eröffnet. Die Fussballsaison. Schönstes Nebendings der Sowieso weil eh schon wissen.

Aber eigentlich geht’s um Wetten. Krimi-Gott Wolf Haas würde seinen Brenner jetzt sagen lassen: Weil nicht nur Fussballsaison, sondern auch Wettsaison.

Wetten macht süchtig. Fussballwetten sind die ärgste Droge überhaupt. Keine Therapie möglich, auch nicht auf Dauer. Wegen dem Adrenalinstoss. Und wegen des Geldes. Eigentlich nur wegen des Geldes. Denn wer, auch wenn er ein gottesfürchtiger Lederfreak ist, würde sich für das Ergebnis Lokomotive Tiflis gegen Birkirkara interessieren, wenn es nicht um die eigene Kohle ginge? Eben. Aber, alles umsonst. Weil Fussballwettensucht auf Dauer nicht gut. Fürs Geldbörsel. Für die Psyche. Und überhaupt.

Man sollte meinen, der/diejenige, der regelmäßig seine sauer verdiente Marie am Sechzehner liegen lässt, hätte es nicht besser verdient. Von wegen Deppensteuer und so.

Stimmt nicht.

Jedem, der in der Lage ist, das Ergebnis eines derart komplizierten Spiels wie Fussball im Vorhinein zu deuten, sollte öffentlich gehuldigt werden. Mehrmals in der Woche. Aber immer an den Wochendenden. Aber das stimmt ja auch nicht mehr. Ist ja heutzutage fast jeden Tag was los auf den grünen Rasen (Räsen?) der Welt. Champions League-Quali. UEFA-Cup. WM-Qualifikation.

Deshalb: Weitermachen. Und wichtig: protokollieren. Dann weiß man am Ende, wie viel man gewonnen hat. Oder verloren. Oder zum Fenster hinausgeschmissen. Oder gut angelegt. Oder was falsch im Leben gemacht. Oder richtig. Oder... (josti)

P.S. Birkirkara ist ein Klub aus Malta. Tiflis liegt in Georgien. Die beiden Mannschaften trennten sich 1:1. Auf Grund der Auswärtstorregel haben die Malteser die Qualifikation für den UEFA-Cup geschafft (das Hinspiel endete 0:0). Der Ausgang dieses Kicks kostete den Autor dieser Zeilen den Einsatz von ATS 440,-. Hätte Lok Tiflis gewonnen, wäre der Gewinn ATS 3401,- gewesen. Schöne Scheisse.

Wurzel allen Übels, Ort ewiger Verdammnis und Ausgangspunkt der ewigen Suche nach dem heiligen Gral: Admiral
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