Den Afrikanischen Elefanten gibt es gar nicht

23. August 2001, 20:53
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Gen-Analysen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den in der Savanne und den im Urwald lebenden Elefanten

Washington - In Afrika leben eigentlich zwei Arten Elefanten. Ein Erbgut-Vergleich zwischen den Elefanten der afrikanischen Savanne und den Urwald-Elefanten ist so unterschiedlich ausgefallen, dass sie streng biologisch gesehen nicht zu einer Art gehören. Das berichtet ein amerikanisch-kenianisches Forscherteam um Alfred Koca vom National Cancer Institut in Frederick (US-Staat Maryland) im amerikanischen Wissenschaftsjournal "Science".

Das Ergebnis ist wichtig für die Erhaltung der rund 500.000 Elefanten in Afrika. Denn die Art der Urwald-Elefanten ist weitaus stärker gefährdet. Sie macht nur etwa ein Drittel aller Elefanten in Afrika aus.

Lehrmeinung

Für Biologen gab es bisher in Afrika nur eine Art Elefanten, Loxodonta africana. Dazu zählten sie alle Elefanten des Kontinents - ob sie im dichten Urwald leben oder auf der offenen Savanne. Allerdings regten sich bereits vor 100 Jahren kritische Stimmen, die verwandtschaftliche Bande zwischen Urwald- und Savanne-Elefanten wegen ihres unterschiedlichen Aussehens in Frage stellten.

Die Urwald-Elefanten sind kleiner, haben längere und fast gerade Stoßzähne sowie rundere Ohren als ihre Nachbarn auf der Savanne. Jetzt lieferten die DNA-Tests den Beweis dafür, dass zwei Arten von Dickhäutern den afrikanischen Kontinenten bewohnen. Neben dem Savannen-Elefant Loxodonta africana nennen die Forscher afrikanischen Urwald-Elefanten Loxodonta cyclotis.

Das Sample

Das Forscherteam stützt seine DNA-Analyse auf Gewebeproben von 195 Tieren aus 21 verschiedenen Elefanten-Populationen. Einer der Forscher, Nicholas Georgiadis vom Mpala Forschungszentrum in Nanyuki (Kenia), sammelte die Hautfetzen im Verlauf von acht Jahren. Er schoss Pfeile mit Nadelspitzen auf frei lebende Elefanten und brachte die Hautzellen an den abgeschüttelten Pfeilspitzen zurück ins Labor.

Seine Kollegen in Nanyuki und Frederick verglichen insgesamt 1.732 Markierungen, Nukleotide von vier verschiedenen Genen, im Kern dieser Zellen. Dabei zeigte sich, dass Urwald- und Savanne-Elefanten sich nur ab und zu miteinander "vermählen", sich ansonsten aber innerhalb ihrer eigenen Arten fortpflanzen.(APA/dpa)

Vgl. "Science" (Bd. 293, S. 1473)
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