Koalition weist Kritik zurück

23. August 2001, 20:43
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Haupt verweist auf neues Datenmaterial, das im Herbst publiziert wird

Wien - ÖVP und FPÖ weisen die Grüne Kritik am Kindergeld zurück. Die stellvertretende Grüne Klubobfrau Madeleine Petrovic hatte am Donnerstag kritisiert, die Einkommensgrenze des Kindergeldes zementiere Frauen in ihrer Rolle als "Zuverdienerinnen" ein. ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat weist dies zurück: "Das Kindergeld und die Zuverdienstgrenze von 200.000 Schilling pro Jahr sind ein großer Sprung nach vorne."

Die Frauen hätten damit die Chance, während der Karenz den Bezug zum Berufsleben nicht zu verlieren und danach wieder in die Wirtschaft zurückzukehren, betonte Rauch-Kallat in einer Aussendung. Die Gemeinden würden sich durch den Wegfall eigener Familienförderungen Geld sparen. Dieses könnten sie in den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze investieren, so Rauch-Kallat. Durch die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen sei der "Gender Gap" in den Erwerbsquoten fast halbiert worden. 1980 sei er bei 29,5, 1999 bei 17,8 Prozent gelegen, so Rauch-Kallat.

Kritik an der Kritik

Die oberösterreichische Frauenlandesrätin Ursula Haubner (F) kritisierte das von Petrovic vorgelegte Datenmateriel: Der von ihr zitierte Bericht der EU-Kommission enthalte Zahlen aus dem Jahr 1998, betonte Haubner. Das Kinderbetreuungsgeld helfe Frauen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Zuverdienstgrenze sei - im Vergleich zur Karenzgeldregelung - auf mehr als das Vierfache erhöht worden.

Sozialminister Herbert Haupt (F) weist ebenfalls die Aussagen von Petrovic zur Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zurück. Haupt betonte, der zitierte Bericht operiere mit Daten aus dem Jahr 1998 "und ist somit nicht aktuell".

Neue Daten gibts im Herbst

Die neuesten Daten seien von Österreich eben erst der EU übermittelt worden und würden im Herbst veröffentlicht, so Haupt. Demnach hätten seien die Einkommen der Arbeiterinnen um 1,2 Prozent, jene der weiblichen Angestellten um 3,3 Prozent und jene der Beamtinnen um 4,3 Prozent gestiegen. "Das, was Kollegin Petrovic der österreichischen Bundesregierung anlasten möchte, geht leider völlig ins Leere, denn für die Einkommensdaten von 1998 können wir wirklich nichts", so der Minister. (APA)

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