NASA-Fotos von Kallisto enthüllen Landschaft aus Eis und Staub

25. August 2001, 18:14
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Jupiter-Mond aus Entfernung von nur 138 Kilometern fotografiert

Los Angeles - Die US-Weltraumbehörde NASA hat am Mittwochabend erstmals Bilder des Jupiter-Mondes Kallisto veröffentlicht. Die Fotos zeigten eine erodierende raue und zerklüftete Landschaft aus Eis und Staub und seien vom Raumfahrzeug Galileo aus einer Entfernung von 138 Kilometern fotografiert worden, sagte James Klemaszewski vom Labor des Akademischen Forschungszentrums in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona. Dort wurden die hochauflösenden Fotos ausgewertet.

Kallisto ist ungefähr so groß wie der Planet Merkur und hat nach Angaben des Wissenschafters von allen Monden des Sonnensystems die meisten Krater. "Wir haben solch ein Gelände noch nie gesehen. Es sieht so aus, als würde es immer noch Erosion geben", sagte Klemaszewski.

Foto: Reuters/NASA

Im Gegensatz zu den drei anderen Monden des Jupiters habe Kallisto offenbar keine vulkanische Aktivitäten oder tektonische Prozesse erlebt, die die Krater hätten auslöschen können. Wissenschafter würden daher davon ausgehen, dass der Mond geologisch tot sei, so Klemaszewski. Die auf den Fotos sichtbaren zerklüfteten Berge seien entweder durch einen Aufprall vor Milliarden von Jahren entstanden, oder sie seien die erodierten Überreste des eingeschlagenen Objekts.

Die nun veröffentlichten Bilder zeigen zudem kleine Krater von nur drei Metern Durchmesser. Der Jupiter ist der größte und massereichste Planet des Sonnensystems und gehört zu den hellsten Objekten am Himmel. Neben den vier großen Jupiter-Monden, Jo, Europa, Ganymed und Kallisto hat der Planet noch mindestens zwölf andere Monde. (APA/Reuters)

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