Uri Avnery schätzt Erfolgsaussicht bei Treffen Peres-Arafat gering ein

23. August 2001, 19:28
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Gründer der Friedensbewegung: "Europa hat im Nahen Osten abgedankt"

München - Der Gründer der Friedensbewegung in Israel, Uri Avnery, schätzt die Erfolgsaussichten bei dem in Berlin geplanten Treffen zwischen dem israelischen Außenminister Shimon Peres und Palästinenserpräsident Yasser Arafat als gering ein. In einem Beitrag der in München erscheinenden "Abendzeitung" weist Avnery darauf hin, dass der israelische Regierungschef Ariel Sharon seinem Außenminister erlaube, mit Arafat nur unter der Bedingung zu sprechen, dass nicht über Politik geredet werde.

Der deutsche Außenminister Joschka Fischer ist aus Avnerys Sicht der "einzige Staatsmann von Rang", der sich noch im Israel-Palästinenser- Konflikt engagiere. Er könne aber so gut wie nichts beitragen. Europa habe schon lange im Nahen Osten abgedankt und Amerikas Vorherrschaft in dieser Gegend anerkannt, meint Avnery. Amerika lasse Fischer gewähren, solange es sich nur um diplomatische Spielereien handle, die vom israelischen Ministerpräsidenten Sharon gebilligt würden. "Wenn das zu weit geht, wird das rote Licht an der US-Ampel erleuchten". (APA/dpa)

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