Das Wettrennen zum Mond war rein politisch motiviert

24. August 2001, 20:42
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Die Raumfahrt an sich war Kennedy herzlich egal

Washington - Der frühere US-Präsident John F. Kennedy hatte nach neuen Erkenntnissen wenig Interesse an der Raumfahrt und sah das Mondprogramm nur als Möglichkeit, die Russen zu schlagen. Das geht nach Informationen von "Space.com" aus den am Mittwoch veröffentlichten neuen Bandmitschnitten der John F. Kennedy Bibliothek hervor.

Auf dem über 70 Minuten langen Band argumentiert Kennedy mit dem damaligen NASA-Chef James Webb. Webb befürwortete in dem Gespräch Ende 1962 eine breitere Herangehensweise bei der Weltraumforschung und plädierte für mehr Monderkundungen, bevor Menschen dorthin geschickt werden. Die NASA wisse nichts über die Mondoberfläche und könne eine Katastrophe nicht ausschließen.

"Ob wir es mögen oder nicht, dies ist ein Rennen."

Kennedy dagegen machte klar, dass das Apollo-Programm das einzig entscheidende Weltraumprogramm der USA sei. "Ob wir es mögen oder nicht, dies ist ein Rennen." Es gehe darum, vor den Russen auf dem Mond zu landen, betonte Kennedy. Die Russen zu schlagen, sei neben der nationalen Verteidigung die Top-Priorität der US-Regierung. "Andernfalls sollten wir nicht so viel Geld ausgeben, denn ich bin am Weltraum nicht so sehr interessiert."

Kennedy hatte in der Öffentlichkeit mehrere glühende Reden über das Mondprogramm und die Weltraumforschung gehalten und dabei stets betont, dass es vor allem um die wissenschaftlichen Erkenntnisse gehe. (APA/dpa)

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