Deutsche Telekom bietet DSL-Anschluss jetzt auch über Satellit

23. August 2001, 17:21
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Marktforscher warnen allerdings vor zu großer Breitband-Euphorie

Die Deutsche Telekom will die Vermarktung ihres schnellen Internetzugang (DSL) in Deutschland weiter ausbauen. Durch die Kooperation mit dem Satellitenbetreiber SES Astra soll es künftig den Turbo-Anschluß auch über Satellit geben, gab das Unternehmen vor der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin bekannt.

"Sky DSL" für entlegene Gebiete

Die neue DSL-Technik ermögliche dann eine flächendeckende Verbreitung. Bisher seien entlegene Gebiete nicht erschließbar. "Mit Sky DSL erreichen wir über eine ASTRA-Antenne jetzt selbst diese Haushalte", sagte Hans-Albert Aukes, Chef der Telekom-Division T-COM.

Deutschland als "Breitband-Nation"

Mit rund einer Million schnellen Internetanschlüssen in Deutschland ist die Telekom nach eigenen Angaben derzeit größter europäischer Anbieter von Breitbandanschlüssen. Das Unternehmen versorgt rund 60.000 Kunden pro Woche mit der Turbo-Technik. Das erklärte Ziel, 2,6 Millionen Anschlüsse verkaufen zu wollen, solle bis zum Jahresende erreicht sein.

Probleme wegen großem Interesse

Die Telekom hatte in der Vergangenheit allerdings häufig Probleme, dem hohen Kundeninteresse an der Turbo-Internet-Verbindung mit der technischen Installation der Geräte nachzukommen. T-DSL nutzt die Übertragungstechnologie ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) und erlaubt die schnelle Übertragung hoher Datenmengen, die zum Beispiel bei Video- und Musik-Übertragungen über das Internet anfallen.

Übertragungsgeschwindigkeiten soll verdoppelt werden

Zudem plant die Telekom, die Übertragungsgeschwindigkeiten bei DSL für Privatkunden zu verdoppeln. Die Übertragungsgeschwindigkeit solle dann wie bei Geschäftskunden 1,5 Megabit pro Sekunde betragen. Für die höhere Geschwindigkeit sollen die Verbraucher dann nach Angaben des Unternehmens den doppelten Grundpreis zahlen.

Marktforscher versetzten Dämpfer

Den positiven Erwartungen der Vermarkter von breitbandigen Multimedia-Anwendungen versetzte das Schweizer Marktforschungsinstitut Prognos einen Dämpfer. Aus einer nun vorgestellten Studie geht hervor, dass die ADSL-Technik durch die Aufrüstung des Telefonkabels bereits weit fortgeschritten sei. Andere Technologien wie der schnelle Internetanschluß über das Kabelnetz, über die Steckdose sowie UTMS seien noch in der Erprobungsphase. (APA/dpa)

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