Neue Klage gegen MP3.com

23. August 2001, 16:14
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Mehr als 50 Musikverlage ziehen gegen Internetfirma vor Gericht

Los Angeles - Mehr als 50 Musikverlage und Liedermacher haben die Internetfirma MP3.com erneut wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen verklagt. Sie machten das Unternehmen am Mittwoch in Los Angeles dafür mitverantwortlich, das Nutzer geschützte Musikstücke von CDs in das so genannte MP3-Format umwandeln und diese Dateien dann über das Internet weiter verbreiten können. In der bereits in der vergangenen Woche eingereichten Klage erheben die Kläger Anspruch auf aus ihrer Sicht unrechtmäßig erzielte Gewinne von MP3.com. Alternativ verlangen sie für rund 1000 Songs eine Vertragsstrafe von jeweils 25.000 Dollar (27.436 Euro/377.532 S). Außerdem soll das Gericht eine Unterlassungsverfügung gegen die Firma erlassen.

Verurteilt

Bei MP3.com war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Die Musikfirma Vivendi Universial, die das Internet-Unternehmen kaufen will und in der Klage nicht erwähnt ist, wollte sich nicht äußern. MP3.com war bereits in einem vorangegangenen Prozess zur Zahlung mehr als 160 Millionen Dollar an große Plattenfirmen und Verlage wegen der Verletzung von Urheberrechten verurteilt worden. Dabei ging es um eine Datenbank, die MP3.com als Teil eines "Online Musik Tresors" geschaffen hatte. Der Tresor erlaubte seinen Nutzern, Musikdateien im Internet zu speichern, um auf diese von jedem beliebigen Computer mit Online-Anschluss zugreifen zu können.

Das MP3-Format ist bei der Musikindustrie höchst unbeliebt, weil es von Internetnutzern in der ganzen Welt zum Tausch und Download von Musikstücken eingesetzt wird: Die nötige Abspielsoftware ist kostenlos zu haben. MP3.com trägt zwar den selben Namen wie das populäre Dateiformat, hat aber mit dessen Entwicklung oder Verbreitung nichts zu tun. Die Initiatoren der jüngsten Klage machen dennoch geltend, dass das Unternehmen indirekt Mitverantwortung trage, wenn Musik illegal per MP3-Dateien verteilt werde. Zur Begründung weisen sie darauf hin, dass Nutzer solche Daten auf seinen Servern ablegen dürften und damit auch anderen verfügbar machen könnten. (APA/Reuters)

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