Journalist in Rio de Janeiro ermordet

23. August 2001, 14:55
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"Reporter ohne Grenzen": Seit 1991 wurden 13 Medienvertreter in Brasilien getötet

Rio de Janeiro - Der Chefredakteur der dreiwöchentlich erscheinenden brasilianischen Zeitung "A Verdade" (Die Wahrheit), Mario Coelho de Almeida Filho, ist Mitte August in Rio de Janeiro ermordet worden. "Reporter ohne Grenzen" brachte in einem Brief an den Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro ihre tiefe Bestürzung über den Mord zum Ausdruck. Nur gründliche Ermittlungen und die Bestrafung der Täter könnten weitere Attentate verhindern, erklärte Robert Menard, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit.

Mario Coelho de Almeida Filho wurde am 16. August 2001 vor seinem Haus in Mage' (50 Kilometer von Rio de Janeiro) erschossen. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter ein bezahlter Killer ist. Das Attentat wurde einen Tag vor der Aussage von Coelho de Almeida in einem Diffamierungsprozess verübt. Die Zeitung "A Verdadae" hatte über angebliche Korruptionsfälle in zwei Gemeinden berichtet. Laut Reporter ohne Grenzen wurde zwei Wochen vor dem Mord Coelho de Almeida Geld angeboten, um ihn zum Schweigen zu bringen.

"A Verdade" prangert immer wieder den Machtmissbrauch durch Lokalpolitiker an. Acht Anklagen wegen Diffamierung waren gegen den Journalisten deshalb anhängig. Nach Angaben seines Vaters hatte er zudem drei Monate vor dem Anschlag Morddrohungen erhalten. Seit 1991 wurden 13 Journalisten in Brasilien ermordet. (APA)

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