Auf dem Weg zu Brennstoffzellen- Autos

23. August 2001, 14:44
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Erste Details des neuen Prototyps von Opel präsentiert

Alpbach - Die neueste Entwicklung von Opel und General Motors (GM) auf dem Gebiet des Brennstoffzellen-Autos wird der interessierten Öffentlichkeit erst im September auf der Frankfurter Automobilausstellung IAA vorgestellt. Bereits am Donnerstag präsentierten Techniker der GM-Tochtergesellschaft für die Entwicklung alternativer Antriebstechniken "Global Anternative Propulsion Center" (GAPC) bei den Alpbacher Technologiegesprächen erste Details des neuen Prototyps "HydroGen 3", ein Opel Zafira, dessen Elektromotor seinen Strom von Brennstoffzellen bezieht, die aus einem Tank mit flüssigen Wasserstoff gespeist werden.

Den Vorgänger-Versuchsträger "HydroGen 1" hat Opel im heurigen Frühjahr erstmals in Österreich präsentiert. Dieser mit reinem Wasserstoff betriebene Zafira hatte bei Tests im US-Bundesstaat Arizona 15 Weltrekorde für Brennstoffzellen-Fahrzeuge aufgestellt. Wenige Monate später sind den Technikern beim "HydroGen 3" erneut entscheidende Fortschritte gelungen.

So wurde die spezifische Leistung der 200 in Reihe geschalteten Einzel-Brennstoffzellen (engl. stack) deutlich verbessert und deren Abmessungen spürbar verkleinert. Die Leistungsdichte des unter einem Druck von 1,5 bis 2,7 bar und bei einer Temperatur von rund 80 Grad Celsius arbeitenden Brennstoffzellenblocks beträgt 1,6 Kilowatt (kW) pro Liter bzw. 0,94 kW pro Kilogramm gegenüber 1,1 kW pro Liter bzw. 0,47 kW pro Kilogramm beim "HydroGen 1". Damit kamen die GAPC-Entwickler dem Zielwert von 2,0 kW pro Liter ein entscheidendes Stück näher. Auch die Abmessungen des Brennstoffzellen-Stapels wurden auf 472 x 251 x 496 Millimeter spürbar verkleinert.

Beschleunigung

Der Stack des "HydroGen 3" liefert eine Dauerleistung von 94 kW (bisher 80 kW) und eine Spitzenleistung von 129 kW (bisher 120). Der Asynchron-Drehstrommotor des Zafira leistet maximal 60 kW/82 PS. Damit beschleunigt der Wagen in rund 16 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Primäres Ziel des "HydroGen 3" war es nach Angaben von Lars Peter Thiesen vom GAPC, die Leistungsfähigkeit und Alltagstauglichkeit des Antriebssystems zu verbessern. So gelang es den Entwicklern, auf einige Komponenten wie die Hochleistungs-Pufferbatterie zu verzichten, die bisher noch zur Abdeckung von Leistungsspitzen des Antriebs notwendig war. Dadurch reduzierte sich nicht nur das Fahrzeug-Gewicht um fast 100 Kilo, sondern auch der volle Laderaum wie beim Serienmodell steht nun zur Verfügung.

Die Brennstoffzelle ist für Opel laut Thiesen "das Antriebssystem der Zukunft", diese Technologie werde gegenüber dem Verbrennungsmotor wettbewerbsfähig sein. Herausforderungen für die Zukunft würden in der Senkung der Kosten für die Brennstoffzelle liegen, erforderlich sei zudem ein leistungsfähiges Wasserstoff-Speichersystem im Fahrzeug sowie der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur. Eine Zwischenlösung könnte die Herstellung des Wasserstoffs im Fahrzeug sein, "das darf aber nicht die Verwirklichung der langfristigen Vision einer breiten Versorgung mit Wasserstoff verhindern", sagte Thiesen. Ziel von Opel und GM sei es jedenfalls, "das Auto aus der Klima- und Energiediskussion herauszunehmen". Von einer Serienreife eines Brennstoffzellenautos wagt noch niemand zu sprechen, bis Ende des Jahres 2004 wollen die Techniker jedenfalls die Brennstoffzellen-Technologie bis zur Marktfähigkeit entwickeln. (APA)

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