Verwirrung über NATO-Truppenstärke in Mazedonien

23. August 2001, 14:40
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SHAPE: Es bleibt bei 3500 Soldaten - Jeder Teilnehmerstaat kann Kontingent aufstocken

Brüssel - Während die Entsendung von NATO-Truppen nach Mazedonien voll im Gange ist, haben Berichte aus den verschiedenen Bündnisstaaten Verwirrung über die angestrebte Truppenstärke ausgelöst. Im militärischen Hauptquartier der NATO für Europa (SHAPE) in der belgischen Stadt Mons wurde am Donnerstag betont, es bleibe bei der Einsatzplanung für insgesamt 3500 Soldaten. Dies entspreche auch der Entscheidung des Nordatlantikrates.

Großbritannien wird nach diesen Angaben mit knapp 1100 Soldaten das mit Abstand größte Kontingent entsenden. Aus Deutschland, Frankreich, Griechenland und Italien werden jeweils etwa 500 Soldaten erwartet. Andere Staaten - 14 der 19 NATO-Mitglieder beteiligen sich an der Operation "Essential Harvest" - stellen mit kleinen Kontingenten die restlichen etwa 400 Mann.

Jeder Teilnehmerstaat kann Kontingent aufstocken

Die Militärs bei SHAPE zählen dabei nur jene Kräfte, die dem NATO-Kommando unterstellt werden. Jeder Teilnehmerstaat kann darüber hinaus weitere Soldaten zur Unterstützung des eigenen Truppenteils entsenden. Verwirrung gab es durch die Nennung von eigenen Zahlen der Kontingentsteller, die keine genaue Unterscheidung zwischen den der NATO unterstellten und den unter eigenem nationalen Kommando bleibenden Truppenteilen lieferten.

Das britische Verteidigungsministerium erklärte am Donnerstag, Großbritannien werde bis zu 1900 Soldaten entsenden. Die italienische Botschaft in Berlin nannte eine Gesamtzahl der italienischen Soldaten von rund 800 Mann. Griechenland will nach eigener Darstellung 411 Mann schicken.

Am Donnerstag war die Zusammenstellung der NATO-Truppe noch nicht beendet. Ihre endgültige Stärke und Zusammensetzung wird feststehen, wenn ihr Kommandant, der dänische General Gunnar Lange, Anfang der kommenden Woche die Einsatzbereitschaft meldet. Erst von diesem Moment an gilt die 30-Tage-Dauer, die die Truppe in Mazedonien stationiert sein soll. (APA/dpa)

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