Indien: Christen und Hindus um Dialog bemüht

23. August 2001, 14:17
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Anhaltende Gewalt zwischen beiden Religionsgemeinschaften seit Antritt der Vajpayee-Regierung

New Delhi - Angesichts der anhaltenden Gewalt zwischen Hindus und Christen in Indien haben sich führende Vertreter der beiden Glaubensgemeinschaften in New Delhi getroffen. Bei dem Treffen hinter verschlossenen Türen ging es um Möglichkeiten des Dialogs.

An der Begegnung hätten neben führenden Vertretern von Hindu-Organisationen der Generalsekretär der Indischen Bischofskonferenz, Erzbischof Oswald Gracias von Agra, Vizepräsident Erzbischof Vincent M. Concessao von New Delhi, sowie der stellvertretende Generalsekretär Donald de Souza teilgenommen.

"Neues Experiment"

Die Gespräche hätten trotz jüngster Anschläge gegen Christen durch militante Hindus "in einer herzlichen Atmosphäre" stattgefunden, sagte de Souza anschließend. Madan Vaidya, Sprecher der Hinduorganisationen, nannte das Treffen ein "neues Experiment", das helfen könne, Vorurteile und Missverständnisse auf beiden Seiten abzubauen.

Seit der Regierungsübernahme der National-Demokratischen Allianz unter Führung der hindu-nationalistischen BJP in Indien im März 1998 ist es zu mehreren hundert Übergriffen auf Christen und christliche Einrichtungen bis hin zur Ermordung von Missionaren und zur Vergewaltigung von Ordensfrauen gekommen. Vor wenigen Tagen hatte der indische Premierminister Atal Behari Vajpayee den Christen eine aggressive Missionierungsstrategie vorgeworfen und damit unter den Kirchen neue Besorgnis über mögliche Gewalttaten hervorgerufen. (APA)

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    Indiens Premierminister Atal Behari Vajpayee trägt mit seinen Aussagen nicht unbedingt zur Konfliktlösung bei.

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