Annan fordert Überdenken der gesamten Afghanistan-Politik

23. August 2001, 14:09
posten

Taliban gehe immer brutaler und rücksichtsloser gegen Hilfsorganisationen und ethnische Minderheiten vor

New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat dem Weltsicherheitsrat empfohlen, die Politik der Vereinten Nationen gegenüber Afghanistan einer globalen Überprüfung zu unterziehen. Ein Ende der Gewalt sei nicht absehbar. Das international nicht anerkannte ultrafundamentalistische Taliban-Regime, das annähernd 95 Prozent des afghanischen Staatsgebiets unter seine Kontrolle gebracht habe, gehe immer brutaler und rücksichtsloser gegen ausländische Hilfsorganisationen und ethnische Minderheiten im Lande vor, was die UNO nicht tolerieren könne, heißt es in dem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht Annans.

Dialog über politische Lösungen erwünscht

Als erschreckend bezeichnete Annan die "Teilnahmslosigkeit" der Taliban-Machthaber angesichts der Leiden der eigenen Bevölkerung. Der Weltsicherheitsrat, so schlug Annan vor, solle darüber nachdenken, mit welchen Mitteln die Bürgerkriegsparteien dazu gebracht werden könnten, einen Dialog über eine politische Lösung zu suchen. Die internationale Staatengemeinschaft anerkennt die von den Taliban vertriebene rechtmäßige Regierung des Präsidenten Burhanuddin Rabbani und seines Militärchefs Ahmed Shah Massud. Die Rabbani-Regierung ist im Besitz des afghanischen UNO-Sitzes.

An die USA und Russland appellierte Annan, sich auf eine gemeinsame Herangehensweise an das Afghanistan-Problem zu verständigen. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.