Eine Überlebensfrage

23. August 2001, 13:55
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Alpbach - Die Nutzung des Internet zum Handel zwischen Unternehmen untereinander (B2B, "business-to-business") ist für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) eine Überlebensfrage: "As Shakespeare said: It is B2B or not to be", sagte Erkki Liikanen, der für die Informationsgesellschaft und Unternehmen zuständige EU-Kommissar, am Donnerstag zum Abschluss der Benchmarking-Gespräche beim Europäischen Forum Alpbach. Kleine Unternehmen, die sich dem Internet verweigerten, seien folglich zum Untergang verurteilt, so Liikanens Schlussfolgerung.

KMU seien sich vielfach noch nicht im Klaren über die Vorteile der Geschäftsabwicklung über das Internet ("eCommerce"), monierte der Kommissar, der mit der Kampagne "GoDigital" den KMU in dieser Hinsicht unter die Arme greifen will. Europa hole bei der Web-Nutzung auf und liege zeitlich nur noch zwölf Monate hinter den USA zurück: 70 Prozent der KMU und 33 Prozent der privaten Haushalte verfügten über einen Internet-Zugang. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl will diese Zahl in Österreich in absehbarer Zeit auf 100 Prozent erhöhen.

Noch zuviel geredet

In dieser Hinsicht liege Österreich im internationalen Benchmarking-Vergleich durchaus gut, so Liikanen. In Sachen Web-Ausbildung seien europawiet Spanien und Großbritannnien führend, im Gesundheitsbereich ("eHealth") die skandinavischen Länder. Die Internet-Aktivitäten der europäischen Regierungen ("eGovernment") müssten aber mehr sein als Technologien oder Netzwerke, so der Kommissar: Sie umfassten vielmehr einen neuen servicefreundlicheren Zugang zum Bürger. Hier werde in Europa "viel geredet und sehr wenig getan".

Die Länder Mittel- und Osteuropas (MOEL) liegen in Sachen Internet-Nutzung etwa zwei bis drei Jahre hinter der EU zurück, schätzt Liikanen. Dabei gebe es aber durchaus auch internationale Vorreiter wie Estland, wo Minister-Entscheidungen online übertragen werden. Das EU-Projekt "eEurope plus" zielt auf eine "virtuelle Anbindung" der EU-Kandidaten ab. Auch die Wirtschaftskammer will ihre Homepage durch Internet-Kooperationen mit den Beitrittskandidaten zu einer "internationalen Wissens- und Informationsplattform" gestalten. (APA)

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