Skopje: NATO-Einsatz wird albanische Rebellen nicht zügeln können

23. August 2001, 13:36
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Außenministerin Mitreva: Faktische Teilung des Landes wird nicht hingenommen

Athen - Das Ohrid-Friedensabkommen ist nach den Worten der mazedonischen Außenministerin Ilinka Mitreva ein politischer Kompromiss, der die Sicherheitskräfte keinesfalls daran hindern werde, die territoriale Integrität des Landes zu verteidigen. Nach Gesprächen mit ihrem griechischen Ressortkollegen Georgios Papandreou in Athen drückte Mitreva am Donnerstag starke Zweifel daran aus, dass die NATO-Mission "Essential Harvest" zur Beendigung der Angriffe der albanischen UCK-Guerilla führen werde. Sie verwies auf die jüngst erfolgte Sprengung der Klosterkirche von Lesok aus dem 14. Jahrhundert durch die Rebellen.

Von "Essential Harvest" erwarte die mazedonische Regierung in erster Linie, dass die Armee an die Rebellen verlorene Positionen zurückerlange und dass die Vertriebenen in ihre Heimatorte zurückkehren könnten, sagte Mitreva. Die ersten griechischen Soldaten für den NATO-Einsatz sind am Donnerstag von der nordgriechischen Stadt Kilkis nach Mazedonien aufgebrochen. Wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, sollen in den nächsten drei Tagen insgesamt 411 griechische Soldaten im Raum der südmazedonischen Stadt Krivolak stationiert werden.

Papandreou kündigte an, dass er sich in der EU für eine rasche Mazedonien-Wiederaufbauhilfe einsetzen werde. Im März hatte Griechenland der Regierung in Skopje wegen der UCK-Angriffe Militärmaterial geliefert. (APA)

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