Fraueneinkommen: Österreich laut Petrovic europäisches Schlusslicht

23. August 2001, 17:22
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Sozialminister Haupt weist Kritik der Grünen zurück

Wien - Die stv. Grüne Klubobfrau Madeleine Petrovic hat am Donnerstag kritisiert, dass "Österreich im internationalen Vergleich, was die Gleichstellung von Frauen und Männern betrifft, weit zurückgefallen ist". Sie bezog sich dabei auf eine Studie der europäischen Kommission zur "Beschreibung der Sozialen Lage in Europa 2001". Daraus gehe hervor, dass das Durchschnittsverdienst von Frauen in den Industrie- und Dienstleistungsbranchen lediglich bei 69 Prozent der entsprechenden Männereinkommen liege. Österreich nehme damit Rang 15 unter den 15 EU-Mitgliedern ein, kritisierte Petrovic.

Bisher sei Österreich in derartigen Studien noch auf Platz elf gekommen. "Auch kein Ruhmesblatt", wie Petrovic meint. Zwar räumte sie ein, dass es bei derartigen Vergleichen immer statistische Unschärfen gebe: "Dass Österreich zurückgefallen ist, das ist aber sicher, das ist evident", kritisierte Petrovic.

"Absoluter Skandal"

Angesichts des sonstigen österreichischen Wohlstands und der niedrigen Arbeitslosigkeit sieht Petrovic in diesen Zahlen einen "absoluten Skandal": "Hinter den großen Durchschnitten, da schaut's für die Frauen in Österreich absolut verheerend aus", meinte Petrovic und warnte vor einer weiteren Verschärfung der Lage durch Maßnahmen der schwarz-blauen Regierung. So würden Frauen durch das Kindergeld in ihrer Rolle als Zuverdienerinnen "einzementiert". Die im Herbst kommenden Studiengebühren werden laut Petrovic zu Lasten der Frauenakademikerquote gehen.

Umfassende Maßnahmen gefordert

Petrovic fordert nun ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Gleichstellung von Frauen. Im Zusammenhang mit dem Kindergeld fordert sie u.a. "raus mit der Zuverdienstgrenze". Außerdem sollten Wirtschaftsförderungen und öffentliche Ausschreibungen künftig an die innerbetriebliche Gleichstellung gekoppelt werden: "Das ist nach EU-Recht zulässig." (APA)

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Die Studie "Beschreibung der Sozialen Lage in Europa 2001" kann auf der Eurostat-Homepage bestellt werden

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