Personalabbau bei Kapsch geht weiter

23. August 2001, 16:07
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325 Mitarbeiter heute beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet - Bereits im Mai rund 150 Mitarbeiter abgebaut

Beim Wiener Elektronikkonzern Kapsch geht der Personalabbau weiter. Das Unternehmen hat im Zuge des Frühwarnsystems des Arbeitsmarktservices (AMS) am Mittwoch exakt 325 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet. Rund 200 Mitarbeiter davon werden voraussichtlich tatsächlich entlassen werden, erklärte Kapsch-Betriebsratschef Peter Grüner am Donnerstag. Als Grund dafür nannte der Betriebsrat wie sein Unternehmenschef Georg Kapsch die Umstrukturierung im Konzern. Die Personalvertretung sei dabei weiterhin bemüht, soziale Härtefälle zu vermeiden.

Höhere Abfertigungen werden erwogen

Bis zum vergangenen Jahr habe Kapsch vor allem durch interne Umschichtungen Kündigungen erfolgreich vermieden. Die derzeitigen Rahmenbedingungen hätten dies jedoch erschwert. Dennoch versuche man auch durch arbeitszeitliche Verschiebungen Entlassungen zu verhindern. Bei den nun dennoch angekündigten rund 200 Kündigungen versuche man den Ausstieg eventuell mit höheren Abfertigungen zu erleichtern.

Techniker mit guten Jobaussichten

Außerdem verfügen das Unternehmen und der Betriebsrat über gute Kontakte zu anderen Betrieben der Branche. Bei der ersten Kündigungswelle im Mai habe über diese Beziehungen ein Großteil der Mitarbeiter relativ bald wieder einen Job in der Branche bekommen. Wenn sich auch die wirtschaftlichen Gegebenheiten mittlerweile weiter verschlechtert hätten, hätten gerade Techniker nach wie vor hervorragende Chancen rasch einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Das Unternehmen nutze hier auch alle Angebote des AMS und des Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds, so Grüner.

Restrukturierung wird konkreter

Die weiteren Kündigungen resultieren laut Betriebsrat daraus, dass nun die Pläne des Kapsch-Vorstand zur Restrukturierung mittlerweile konkreter sind als noch im Mai, wo die ersten Entlassungen stattfanden. Mit dieser Kündigungswelle sei Personalabbau aber abgeschlossen, versicherte auch der Betriebsrat.

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