Kapsch: Personalabbau geht weiter

23. August 2001, 15:42
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325 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet

Wien - Beim Wiener Elektronikkonzern Kapsch geht der Personalabbau weiter. Bereits im Mai hatte die Kapsch-Gruppe 259 Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet, davon seien rund 150 Mitarbeiter gekündigt worden, bestätigte Kapsch-Vorstandssprecher Georg Kapsch. Am Donnerstag wurden weitere 325 Mitarbeiter beim AMS angemeldet. Laut Betriebsrat werden 200 davon tatsächlich gehen müssen. Die Kapsch-Gruppe beschäftigte zu Jahresbeginn 2001 rund 3.100 Mitarbeiter, 2.700 davon in Österreich.

Restrukturierung

Der Grund für den Personalabbau, der quer durch alle Bereiche geht und vor allem Österreich betrifft, sei die grundsätzliche Restrukturierung des Unternehmens, erläuterte Kapsch. Im Frühsommer hat die Kapsch Teile der Fertigung verkauft. Das Werk in Fürstenfeld wurde an die niederösterreichische Technologieschmiede Tecwings abgegeben, die gesamte Metallverarbeitung wurde scheibchenweise an Partnerunternehmen verkauft. Künftig werde sich die Kapsch auf die Elektronik-Produktion konzentrieren, ein Verkauf der gesamten Fertigung sei nicht geplant. Auf Grund des rigiden Arbeitsrechts in Österreich habe die Kapsch als Vorsichtsmaßnahme mehr Mitarbeiter beim AMS angemeldet, als tatsächlich abgebaut werden sollen, betonte Kapsch.

200 Mitarbeiter betroffen

Rund 200 Mitarbeiter davon werden voraussichtlich tatsächlich entlassen werden, erklärte Kapsch-Betriebsratschef Peter Grüner. Bis zum vergangenen Jahr habe Kapsch vor allem durch interne Umschichtungen Kündigungen erfolgreich vermieden. Die derzeitigen Rahmenbedingungen hätten dies jedoch erschwert. Dennoch versuche man auch durch arbeitszeitliche Verschiebungen Entlassungen zu verhindern. Bei den nun dennoch angekündigten rund 200 Kündigungen versuche man den Ausstieg eventuell mit höheren Abfertigungen zu erleichtern.

Neuausrichtung unvermeidbar

Die Neuausrichtung der Kapsch AG sei auf Grund der starker Auftragsrückgänge in der Telekom-Branche unvermeidbar. Volumina und zeitliche Abfolgen hätten sich stark verändert. Und die Aufträge aus der neuen Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) ließen zum Teil noch auf sich warten. Die Kapsch AG habe daher neue Fokusse gesetzt. Die Telekommunikation bleibe dabei aber weiter ein Schwerpunkt. Neben der reinen Ausrüstung setze man aber auch vor allem auf Applikationen. Große Hoffnung setzt man bei Kapsch aber auch in die Lkw-Maut in Österreich. Kapsch hat sich zwar selbst nicht beworben, da diesmal nicht nur die Errichtung sondern auch der Betrieb des Systems ausgeschrieben wurde, hofft aber auf einen Folgeauftrag als Subunternehmer.

Die Kapsch ist in Österreich u.a. 100-Prozent-Eigner des Telekomunternehmens Austria Telecommunication, zu 74 Prozent an der Schrack Business Com beteiligt und betreibt mit Nortel ein paritätisches Joint-Venture. Die Gruppe betreibt auch Tochterunternehmen in der Schweiz, Slowenien, Kroatien, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Russland. (APA) (APA)

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