Ölkatastrophe durch Wrack aus Zweitem Weltkrieg

23. August 2001, 12:30
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Auckland - Aus einem im Zweiten Weltkrieg versenkten US-Tankschiff im Pazifik treten Tausende Liter Schweröl aus und bedrohen die Lagune des Ulithi-Atolls in Mikronesien. Angaben über die zu befürchtenden Umweltschäden konnten die Behörden am Donnerstag zunächst nicht machen.

Die amerikanische Armee schickte Taucher auf das Atoll, die das Leck abdichten sollen. Der Tanker war im Zweiten Weltkrieg von einem japanischen U-Boot versenkt worden. Nach Schätzungen der Küstenwache verliert die USS Mississinewa stündlich bis zu 2.000 Liter Öl, wie die Tageszeitung "Pacific Daily News" auf der Nachbarinsel Guam berichtete. Die 700 Bewohner von Ulithi, die sich hauptsächlich von Fischfang ernähren, würden durch die Ölpest in ihrer Lebensgrundlage bedroht, schreibt das Blatt.

"Sie werden vor Hunger sterben", sagte eine Sozialarbeiterin von Guam über die Bewohner des Ulithi-Atolls. Das austretende Öl sei bereits von der Küste aus zu sehen, berichtete die Frau, die Verwandte auf Ulithi hat. Die US-Marine stritt jede Verantwortung für die Umweltgefährdung ab. Das Schiff sei "im Krieg versenkt worden, und es ist schwierig, einen Verantwortlichen zu finden", sagte eine Sprecherin.

Das Ulithi-Atoll besteht aus einer Kette von 49 kleinen Inseln auf einer Fläche von etwa 4,5 Quadratkilometern. Die Lagune, die die Inselkette umschließt, ist mit 474 Quadratkilometern die viertgrößte der Welt. Das Wrack der USS Mississinewa, ein 167 Meter langes Tankschiff mit einem Volumen von 1,6 Millionen Litern, bewegte sich vor kurzem nach einem heftigen Gewitter von der Stelle. (APA)

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