Dollys "Vater" gegen Klonen von Menschen

23. August 2001, 12:22
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Alan Colman: Zu große Risiken und Missbildungen

Alpbach - Strikt gegen das Klonen von Menschen hat sich einer der "Väter" des Klon-Schafs "Dolly", Alan Colman, Forschungsdirektor der Firma PPL Therapeutics in Edinburgh, Schottland, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zum Auftakt der Alpbacher Technologiegespräche ausgesprochen. Dies sei mit viel zu großen Risiken verbunden, es käme mit Sicherheit zu Missbildungen. Gegen das therapeutische Klonen habe er keine ethischen Bedenken, allerdings funktioniere es bis jetzt nicht.

Colman ist sich sicher, dass das Menschenklonen eines Tages rein technische funktionieren könnte und "wenn es jemand tun will, dann wird er es auch tun". Die Gesellschaft sei gefordert, solche Aktivitäten zu regulieren. Dass für solche Regeln eine internationale Übereinstimmung notwendig ist, steht für Colman außer Frage, diese sei aber auf Grund der nationalen Interessen nur sehr schwer zu erzielen.

"Armselig"

Jene zwei Mediziner, die im November mit dem Klonen von Menschen beginnen wollen - der italienische Frauenarzt Severino Antinori und sein US-Kollege Panayiotis Zavos - und Anfang August bei einer Tagung der amerikanischen Akademie der Wissenschaften (NAS) über den jüngsten Stand ihrer umstrittenen Medizin-Technologie berichtet hatten, bezeichnete Colman, der an der Tagung teilnahm, als "armselige Wissenschafter". Sie hätten "sehr inkompetent gewirkt und wollen nur Aufmerksamkeit erregen und viel Geld machen".

Die Techniken, die für das Klonen von "Dolly" und in der Folge anderen Tieren entwickelt wurden, würden nun in zahlreichen anderen Gebieten verwendet. Schwerpunkt der Tätigkeiten des Wissenschafters sind derzeit die Erforschung der Stammzellen, vor allem in Blickrichtung Diabetes. Colman wendet sich gegen des Standpunkt jener, die nur das Forschen mit adulten, aber nicht mit embryonalen Stammzellen erlauben wollen.

Man wisse nicht, ob adulte Stammzellen (also solche, die einem erwachsenen Menschen entnommen werden) funktionieren und beispielsweise dazu gebracht werden können, zu einem bestimmten Gewebe zu wachsen und damit erkrankte Organe zu heilen. "Wenn wir uns jetzt ausschließlich auf adulte Stammzellen konzentrieren, könnten wir in fünf bis sechs Jahren darauf kommen, dass sie nicht funktionieren, und hätten dann diese Zeit verschwendet", so Colman. (APA)

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