Salzburg: Gnadenfrist für Alpincenter

23. August 2001, 10:05
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Plattform fordert Konzept für Seilbahn, Bahn und Bus

Salzburg - Das Alpincenter Rudolfshütte des Österreichischen Alpenvereines (ÖAV) bleibt vorerst geöffnet. Die ÖAV-Spitze räumt der Rudolfshütte eine Gnadenfrist von einem Jahr ein - in der Hoffnung, dass doch noch eine Lösung für die Weißsee-Gletscherbahn gefunden wird.

Wie berichtet, droht dem hochalpinen Ausbildungszentrum, das auch eine Wetterstation, Einrichtungen der Sport-medizin und der Gletscherforschung beherbergt, das Aus, weil die Gletscherbahn ihren Betrieb eingestellt hat. Die defizitäre Gondelbahn führt vom Oberpinzgauer Stubachtal in die Gletscherregion der Granatspitzgruppe und fungierte als einziger Zubringer. Hilfe vom Land soll es laut Finanzressortchef Wolfgang Eisl (VP) keine mehr geben, da sich die 1981 errichtete Seilbahn trotz Unterstützung wirtschaftlich nie erholt habe.

Gemeinsames Konzept für Seilbahn gefordert

Diese Haltung trägt Eisl viel Kritik ein. Die Plattform der Verkehrsinitiativen etwa fordert ein gemeinsames Konzept für die Seilbahn, die ebenfalls vom Zusperren bedrohte Pinzgaubahn der ÖBB und die Zubringerbusse. Statt bescheidener Summen für den Oberpinzgau werde für prestigeträchtige Großprojekte wie ein neues Stadion "geklotzt", meint die Plattform zur "absurden Haltung" des Landes.

Kritik gibt es auch an der Seilbahngesellschaft. Der prominente Gletscherforscher Heinz Slupetzky vermutet in einem offenen Brief an einen Gesellschafter, dass auch "aus steuerlichen Gründen" nichts unternommen werde. (neu, DER STANDARD Print-Ausgabe 23.August 2001)

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