Kursfeuerwerk in Buenos Aires nach Kreditabkommen mit IWF

23. August 2001, 08:06
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Weniger Begeisterung bei Handelspartner Brasilien

Buenos Aires/Sao Paulo - Die Gewährung eines Kredits von acht Milliarden US-Dollar durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Überwindung der schweren Finanzkrise in Argentinien hat an der Börse von Buenos Aires ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Der Merval-Index schoss nach mehreren Verlusttagen am Mittwoch (Ortszeit) um 8,15 Prozent oder 24,77 Punkte in die Höhe. Er ging erst bei 328,37 Zählern aus dem Handel. Das Länderrisiko Argentiniens fiel unterdessen im Vergleich zum Vortag deutlich um 196 auf 1455 Punkte.

Weniger Begeisterung in Brasilien

Weniger Begeisterung weckte das Dienstagnacht bekannt gegebene Kreditabkommen dagegen beim Nachbarn und Handelspartner Brasilien. Am wichtigsten Wertpapiermarkt des Subkontinents in der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo stieg der Bovespa-Index bei ruhigem Handel lediglich um bescheidene 0,47 Prozent (60,53 Einheiten) auf 12.952,23 an. Der Bovespa blieb damit noch unter der psychologisch wichtigen 13.000er-Marke. In Mexiko-Stadt kletterte der IPC-Index derweil um 0,91 Prozent oder 57,05 Punkte auf 6333,14.

Krise in Argentinien sei längst nicht überstanden

Marktteilnehmer stimmten in Brasilien überein, dass das Kreditabkommen zwischen dem IWF und Argentinien zwar eine gute Nachricht sei. Die Krise in Argentinien sei aber noch längst nicht überstanden. Der Leiter der Devisenabteilung der Banco Banif-Primus, Rodrigo Trotta, meinte bei einem Mediengespräch in Sao Paulo, in Brasilien habe das Abkommen "bei weitem keine Euphorie ausgelöst, weil der Kreditbetrag von acht Milliarden Dollar unter den Erwartungen geblieben ist".

"Die wirtschaftlichen Grundprobleme in unserem Nachbarland bestehen immer noch, und die Anleger wissen das", fügte Trotta hinzu. Die brasilianischen Experten betonten, dass der IWF von Argentinien als Gegenleistung zum Kredit ein Sanierungsprogramm fordern werde, das die nötige Wiederbelebung der argentinischen Konjunktur nach drei Rezessionsjahren erschweren werde. (APA/dpa)

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