Bayer bestätigt rund 1.100 Lipobay-Zwischenfälle

23. August 2001, 09:35
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Von Nebenwirkungen waren weit mehr als 52 Todesfällen betroffen

Leverkusen - Von den bedrohlichen Nebenwirkungen, die mit dem Medikament Lipobay der Bayer AG, Leverkusen, in Verbindung gebracht werden, waren nach einem Bericht des deutschen "Handelsblatt" (HB) weit mehr Patienten betroffen, als es die bisher bekannte Zahl von 52 Todesfällen nahe legt.

Bayer bestätigt rund 1.100 Lipobay-Zwischenfälle

Weltweit seien rund 1.100 Fälle von Muskelschwund (Rhabdomyolyse) gemeldet, bei denen der Verdacht eines Zusammenhangs mit der Einnahme von Lipobay bestehe, heißt es in einem auf der Internetseite des Blattes veröffentlichten Beitrag des Blattes. Das gehe aus einem Bericht des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hervor, dessen Angaben Bayer gestern bestätigt habe.

Höhe der Schadenssumme

Dennoch könnte der Leverkusener Konzern im Hinblick auf Schadensersatz-Klagen nach Auffassung vieler Experten mit einem blauen Auge davonkommen. Allerdings driften die Einschätzungen über die Höhe der Schadenssumme noch weit auseinander. So verweisen dem Bericht zufolge Analysten der Deutschen Bank auf Berechnungen von US-Anwälten, die von zwei bis drei Mrd USD Schadensersatz ausgehen. Davon könne jedoch ein erheblicher Teil auf den Bayer-Vertriebspartner Glaxo entfallen. Die US-Investment-Bank Lehman Brothers sehe in einer aktuellen Studie die möglichen Belastungen hingegen bei weniger als 200 Mio USD, hieß es weiter.

Medikaments seit Ende 1997 zugelassen

In Deutschland seien seit Zulassung des Medikaments Ende 1997 insgesamt 91 Fälle von Muskelschwund in Verbindung mit Cerivastatin, der aktiven Substanz von Lipobay, registriert worden. Sieben der betroffenen Patienten seien daran gestorben. Doch halte das Bundesinstitut nur bei drei dieser Todesfälle einen ursächlichen Zusammenhang mit der Einnahme von Lipobay für möglich. (APA)

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