Kolumbien: 16 Tote bei Bombenexplosion

24. August 2001, 11:12
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Sprengsätze explodierten auf Lkw - Armee geht gegen Guerilla vor

Bogota - Bei einer Serie von Bombenexplosionen sind in Kolumbien 16 Personen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Nach Armeeangaben kamen mindestens 15 Untergrundkämpfer ums Leben, als ihr mit Sprengsätzen beladener Lkw am Donnerstag zwischen Malaga und San Andres explodierte. Etwa zeitgleich detonierte in der Stadt Marinilla, 220 Kilometer nördlich von Bogota, eine Autobombe und riss eine Person mit in den Tod. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt. Ein dritter Sprengsatz explodierte in Medellin.

10 Verletzte nach Explosion in Medellin

Zehn Personen erlitten am Donnerstag bei der Detonation in einem Wohngebiet der zweitgrößten kolumbianischen Stadt Verletzungen, wie die Polizei in Medellin mitteilte. Der Zustand eines Kindes sei kritisch. Es war der dritte Bombenanschlag in Medellin in diesem Jahr. Hinter der Tat wurde die Guerillagruppe "Nationale Befreiungsarmee" (ELN) vermutet. Vor zwei Wochen hatte Präsident Andres Pastrana Friedensgespräche mit der ELN abgebrochen. Die etwa 5.000 Mann umfassende Gruppe hatte darauf mit einer Serie von Bombenanschlägen reagiert.

Die Explosion des 80 Kilogramm schweren Sprengsatzes in Marinilla beschädigte mehrere Gebäude schwer, darunter eine Polizeiwache und eine Schule. Auch in diesem Fall fiel der Verdacht auf die ELN. Die bei der Explosion des Lastwagens getöteten Personen waren nach Militärangaben Rebellen der ELN, die Bomben entlang einer Autobahn legen wollten.

Regierung startet Großoffensive gegen FARC

Regierungstruppen setzten unterdessen im Süden des Landes ihre Großoffensive gegen Kämpfer der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) fort. Die Rebellen seien von jeglicher Versorgung abgeschnitten, hieß es. Tausende Flugblätter seien in dem Gebiet abgeworfen worden, auf denen die Rebellen aufgefordert würden, die FARC zu verlassen und sich zu ergeben.

Die FARC verfügt über schätzungsweise 16.000 Kämpfer und ist die größte Guerillagruppe Kolumbiens. Sie kämpft seit mehr als drei Jahrzehnten gegen die Regierung in Bogota. Friedensgespräche blieben bisher ohne Ergebnis. Die Gruppe hat zurzeit drei deutsche Entwicklungshelfer in ihrer Gewalt. (APA)

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