"Attentate werden mit Attentaten beantwortet"

23. August 2001, 08:52
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Hamas droht nach israelischen Raketenangriffen mit Vergeltungsmaßnahmen

Nablus - Nach israelischen Raketenangriffen auf militante Palästinenser hat die radikale Palästinensergruppe Hamas Israel mit Vergeltung gedroht. "Attentate werden mit Attentaten beantwortet und Bombardierungen mit Bomben", riefen Hamas-Mitglieder im Gaza-Streifen mit Megaphonen in der Hand.

Bei einem israelischen Hubschrauber-Angriff auf das Auto eines Hamas-Anführers war zuvor Augenzeugen zufolge im Gaza-Streifen ein militanter Palästinenser getötet worden, der als Experte für Werfergranaten galt. Der Angriff soll dem Anführer des militärischen Flügels der radikal-islamischen Hamas-Gruppe, Mohammed Deif, gegolten haben, der Zeugenberichten zufolge unversehrt blieb.

Mindestens vier Raketen von Israelischen Kampfhubschraubern

Augenzeugen berichteten, der israelische Kampfhubschrauber habe mindestens vier Raketen auf zwei Autos abgefeuert, die auf einer Straße nahe des Flüchtlingslagers Bureidsch im Gaza-Streifen gefahren seien. Israel fahndet seit 1989 nach Deif und macht ihn für mehrere Anschläge verantwortlich. Die israelische Armee hatte in der Vergangenheit mehrfach Palästinenser gezielt angegriffen, die für Anschläge in Israel verantwortlich sein sollen. International stieß diese Politik auf Kritik.

Palästinensischer Polizist erschossen Im Gaza-Sreifen hatten Soldaten am Mittwoch zudem einen palästinensischen Polizisten erschossen und im Westjordanland nahe Nablus vier Araber getötet. Nach israelischer Darstellung handelte es sich bei den vier Getöteten um militante Palästinenser, die eine Bombe legen wollten. Vertreter der Palästinenser teilten hingegen mit, drei der Opfer seien unbewaffnete Zivilisten gewesen.

Die neuen Gewaltausbrüche ereigneten sich, nachdem der deutsche Außenminister Joschka Fischer während seiner Nahost-Reise neue Bewegung in die Friedensbemühungen zwischen den Konfliktparteien gebracht hatte. (APA/ Reuters)

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