Gubitzer: Lehrer-Pragmatisierungs-Diskussion ist "Ablenkungsmanöver"

23. August 2001, 06:12
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Ziel sei gewerkschaftliche Interessensvertretungen in Frage zu stellen

Wien - Bei der neu aufgeflammten Diskussion um ein mögliches Ende der Pragmatisierung für Lehrer handle es sich um ein "Ablenkungsmanöver", erklärte die stellvertretende Vorsitzende der christdemokratischen Gewerkschafter (FCG), Christine Gubitzer, in der ORF-ZIB 3.

Zeitpunkt ist höchst ungeeignet

"Der Zeitpunkt ist höchst ungeeignet". Viele Kollegen und Kolleginnen würden derzeit bezüglich des Dienstrechts "in Unsicherheit" leben, argumentierte Gubitzer, "man fragt sich, wie sicher sind Arbeitsplätze, wie schaut es mit den Einkommensverhältnissen aus." Prinzipiell sollte über die Frage von Pragmatisierungen "ohne Vorurteile und Vorwürfe" gesprochen werden, so die Gewerkschafterin.

Teil des Programms der ÖVP-FPÖ-Regierungskoalition

ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek argumentierte in der "ZIB 3", die aktuelle Debatte sei keine "überfallsartige" Aktion. "Ich meine, dass die Diskussion schon länger währt." Vielmehr sei sie Teil des Programms der ÖVP-FPÖ-Regierungskoalition. Bei der Pragmatisierung handle es sich um eine Treuverhältnis, dass in jungen Jahren mit dem Staat eingegangen werde, sagte Brinek. Es sollte aber vielmehr die Möglichkeit geben, ohne "Verluste und Hemmnisse" in der Privatwirtschaft zu arbeiten. Die Diskussion über die Frage der Lehrer-Pragmatisierung war von Finanzstaatssekretär Alfred Finz (V) ausgelöst worden. Er hatte sich in der der Tageszeitung "Die Presse" für ein Ende der Pragmatisierung bei Lehrern ausgesprochen. Finz sprach dabei von einer Konsequenz aus der Reform des Dienstrechts für Hochschullehrer.

"Versuch der Verunsicherung"

Im Zusammenhang mit der Debatte um die Gehälter von Spitzenfunktionären der Postgewerkschaft sprach Gubitzer von einen "Versuch der Verunsicherung". Ziel sei offenbar, gewerkschaftliche Interessensvertretungen in Frage zu stellen. Die genannten Zahlen seien "frei in den Raum" gestellt worden, so die FCG-Vizevorsitzende, "die hängen vom Dienstalter und anderen Umständen ab." Gute Arbeit habe aber ihren Preis. "Als Gewerkschaftsfunktionäre haben wir kein Gelöbnis zum Betteln abgelegt", so Gubitzer. (APA)

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