Kunstherz-Empfänger Tools ging es "auf Anhieb besser"

22. August 2001, 22:32
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New York - Dem Amerikaner Robert Tools (59), der als erster das revolutionäre neue Kunstherz AbioCor in seiner Brust trägt, ging es schon beim Erwachen nach der Operation vor sieben Wochen besser. "Ich fühlte mich auf Anhieb stärker", sagte er in seinem ersten Fernsehinterview in der Nacht zum Mittwoch. Nur eins belastet ihn: Das Kunstherz "ist richtig schwer". Durch das AbioCor und dessen Batterie wiegt der hoch gewachsene, schmale Mann knapp zwei Kilo mehr als vorher.

Interview-Termine

Tools hatte sich der Lokalzeitung "The Courier-Journal of Louisville" sowie der "New York Times" am Dienstag zu einem ersten Gespräch zur Verfügung gestellt. Seine Identität war zuvor auf Bitte der Familie streng geheim gehalten worden. Bekannt war lediglich, dass das erste AbioCor-Kunstherz einem schwer herzkranken Mann in den 50ern eingepflanzt wurde, der an Diabetes leidet und ursprünglich eine Lebenserwartung von weniger als 30 Tagen hatte.

Jetzt berichtete Tools, dass er am 31. Juli im Jüdischen Hospital von Louisville seinen 59. Geburtstag gefeiert hatte und, mit neuen Kräften gewappnet, vor allem wieder mit seinen Enkelkindern spielen wolle.

Hintergrund

Tools ist Afroamerikaner und stammt aus Mobile (US-Staat Alabama). Er ging in Tampa (Florida) zur Schule und wurde später Lehrer. Zuletzt arbeitete er als technischer Bibliothekar in Denver, hoch in den Rocky Mountains gelegen, und zog wegen seiner Herzbeschwerden vor fünf Jahren in den kleinen Ort Franklin im Flachland von Kansas.

Das AbioCor-Kunstherz in seiner Brust arbeitet ohne Drähte und Schläuche von außen und ersetzt sein eigenes Herz vollständig. "Das seltsamste ist, dass ich keinen Herzschlag mehr habe", sagte Tools der "New York Times". Stattdessen höre er nachts beim Einschlafen ein Rauschen. "Solange ich dieses Geräusch höre, weiß ich, dass ich noch da bin", sagte er schmunzelnd. (APA/dpa)

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