Tirol verliert 0:1 gegen Lok Moskau

24. August 2001, 10:58
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Nach Niederlage am Tivoli neu geht es für den Meister ab in den UEFA-Cup

Innsbruck - Der FC Tirol ist gegen den russischen Vizemeister Lok Moskau nach einer 0:1-Heimniederlage mit insgesamt 1:4 aus der UCL-Quali geflogen. Lok spielt erstmals in der Champions League, die Tiroler sind zum zweiten Mal en suite gescheitert. Das erste Tor fiel aus einem Freistoß für Moskau, in der 51. Minute hob der zur Pause eingewechselte Maminow aus rund 20 Metern den Ball über die Mauer und ins kurze Eck - 0:1. Wie schon beim dritten Gegentor des Hinspiels wurde Tirols Goalie Marc Ziegler überrascht, der Mann sollte Freistöße üben. Auch ein Unterschied, Loks Goalie Nigmatullin hatte Handwehweh, aber er räumte alles weg.

Wirkungslose Angriffe

Wie schon in Moskau wählte FC Tirols Trainer Kurt Jara eine leicht merkwürdige Aufstellung. Der Einsatz von Libero Michael Baur im Mittelfeld brachte nichts, auf den Seiten blieben Stefan Marasek (links) und rechts Robert Ibertsberger (fast komisch wirkende Fehlpasses) wirkungslos. Roland Kirchler schlafwandelte, Markus Scharrer wurde in der zweiten Halbzeit durch den Stürmer Wolfgang Mair ersetzt. Und Gilewicz wurde von Sennikow zugedeckt, dessen Kollegen verhinderten die Tiroler Spezialität der Lochpasses auf den Torjäger, so musste Tirol stumpf bleiben.

Einzig Jezek brachte Überraschendes zustande, so auch die einzige große Tiroler Chance (44.) aus dem Spiel, als er einen Rückleger von Gilewicz übers Tor pfefferte. Sonst? Zwei Kopfballchancen aus Cornern, bezeichnenderweise durch Kogler (14.) und Zwyssig (40.). Die konkreteren Chancen hatte Lok in Gestalt von Stürmer Obiorah, der einige Male erst in letzter Sekunde von Kogler und Zwyssig vom Ball befreit werden konnte.

Vernageltes Tor

Nach der Pause holt erst Ziegler einen Schuss aus dem Eck, postwendend vergibt Tirol, dann das 0:1, dann lange nichts, Tirol ungefährlich, dann faustet Lok-Goalie Nigmatullin einen Kogler-Kopfball weg, im Gegenstoß verzieht Obradovic (70.). Dann bringt Jara (totale Verzweiflung?) für den angeschlagenen Mair Oldie Glieder, der legt Lok sofort eine Chance auf. Gegen Ende hat Gilewicz seine Torchance, aber sein Schatten Sennikow rettet auf der Linie. Dann köpfelt wieder Zwyssig völlig unbedrängt - es sollte wohl nicht sein.

Schon vor dem Spiel erzählte Tirols Präsident Kerscher von einer neuen Finanzierungsquelle, die Futterkrippe Champions League ist nicht die einzige Überlebenschance für das mehr als 150 Millionen Schilling schwere Budget. Außerdem sprach sich FC Tirols Präsident Martin Kerscher dafür aus, dass Tivoli-Stadion nach dem EM-Ausbau auf 30.000 Sitzplätze nicht wieder auf 16.000 rückzubauen, sondern bei rund 25.000 Plätzen zu belassen. "Das hab ich schon vor vier Jahren gesagt", so Kerscher, "damals hat mir kein Politiker geglaubt, heute schauts anders aus."

Am Mittwoch um 12 Uhr wird in Monaco der UEFA-Cup ausgelost, der FC Tirol darf da mitmachen. (DER STANDARD-Printausgabe, Donnerstag, 23. August 2001)

  • FC Tirol - Lokomotive Moskau 0:1 (0:0)
    Innsbrucker Tivoli-Stadion Neu, 15.200 Zuschauer, Referee: Mario van der Ende (Niederlande)

    Erstes Spiel: 1:3; Lok Moskau mit dem Gesamtscore von 4:1 für die Champions League qualifiziert

    Tor: 0:1 (51.) Maminow (Freistoß)

    Tirol: Ziegler - W. Kogler - Zwyssig, Marasek - Ibertsberger, Scharrer (46./Mair, 71. Glieder), Baur, Brzeczek - Kirchler, Gilewicz, Jezek

    Lokomotive: Nigmatullin - Tschugainow - Nischegorodow, Sennikow - Obradovic, Ismailow (46. Maminow), Ignaschewitsch, Loskow, Leggetho - Pimenow (77. Drosdow), Obiorah

    Gelbe Karten: Kogler, Brzeczek, Marasek, bzw. Loskow, Ignaschewitsch, Obradovic, Pimenow, Drosdow

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