Referendum gegen Fristenlösung in der Schweiz durchgesetzt

22. August 2001, 20:25
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Legalisierung der Abtreibung rückt abermals in weite Ferne

Bern - In der Schweiz wird ein Referendum gegen die Fristenlösung stattfinden. Die formellen Voraussetzungen seien dafür gegeben, von insgesamt 171.109 Unterschriften seien 160.127 gültig, teilte die Bundeskanzlei in Bern am Mittwoch mit.

Das Referendum war von der CVP (Christlichdemokratische Volkspartei) gemeinsam mit der Gesellschaft für den Schutz des ungeborenen Lebens, der Schweizerischen Vereinigung Ja zum Leben sowie der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind eingereicht worden.

Zeitpunkt für Referendum noch nicht festgesetzt

Am meisten Unterschriften steuerten die Kantone Bern (20.000), Zürich (19.000), St. Gallen (16.000), Luzern (15.000), Wallis (14.000), Aargau (11.000) und Tessin (10.000) bei. Ein Zeitpunkt für die Abhaltung des Referendums wurde nicht genannt.

Das Schweizer Parlament hatte im März einen Gesetzesentwurf gebilligt, wonach künftig Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt sein sollen. Die CVP legte sofort Einspruch ein und kündigte an, 100.000 Stimmen für eine Volksbefragung zu sammeln. Bis zum endgültigen In-Kraft-Treten des Gesetzes werden deswegen vermutlich noch einige Jahre vergehen.

Die Vorlage war vor acht Jahren von den Sozialdemokraten angeregt worden und hatte für heftige Diskussionen gesorgt. Die damals vorgeschlagene Abtreibungsfrist wurde jetzt allerdings von 14 auf zwölf Wochen verkürzt.

Abtreibung in der Schweiz nach wie vor illegal

Bisher ist Abtreibung in der Schweiz zwar illegal, wird aber trotzdem häufig praktiziert. In den meisten Städten ist es für Frauen möglich, ihre Schwangerschaft in einem staatlichen oder privaten Krankenhaus abzubrechen. Meist genügt die Bescheinigung eines Arztes, dass stichhaltige medizinische Gründe für die Abtreibung vorliegen. (Apa)

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