Putin zweifelt am Erfolg der NATO-Mission in Mazedonien

23. August 2001, 15:07
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UCK-Waffenabgabe "sehr unwahrscheinlich"

Kiew - Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen Erfolg des NATO-Einsatzes "Essential Harvest" in Mazedonien zum Einsammeln der Waffen albanischer Kämpfer bezweifelt. "Es bestehen große Zweifel, dass das gelingt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Rebellen tatsächlich ihre Waffen abgeben", sagte Putin am Donnerstag nach seiner Ankunft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Am Rande der Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der ukrainischen Souveränitätserklärung wollte der russische Präsident in Kiew mit dem ebenfalls anwesenden mazedonischen Staatspräsidenten Boris Trajkovski sprechen.

"Die Hauptaufgabe auf diesem Boden ist Friedenstiften", betonte Putin. "Wenn das gelingt, werden wir eine solche Entwicklung der Dinge (Einsatz der NATO-Truppen in Mazedonien) begrüßen", sagte der russische Präsident nach Angaben der Agentur Interfax.

Die albanischen UCK-Rebellen würden nur "zum Schein" einen kleinen Teil ihrer Waffen abgeben, "um Zeit zu gewinnen, sich als zivilisierte Menschen darzustellen und die guten Beziehungen zur NATO nicht zu verderben", hat die führende russische Balkan-Expertin Jelena Guskowa am Dienstag in Moskau erklärt. Jederzeit müsse mit Provokationen der albanischen Seite gerechnet werden, um die Regierung Mazedoniens der Verletzung der Friedensvereinbarung bezichtigen zu können. Die Historikerin warf der NATO vor, "den albanischen Extremisten Vorschub geleistet" zu haben. Die derzeitige Entwicklung laufe auf eine Desintegration Mazedoniens hinaus. (APA/dpa)

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