Streik von 450.000 Beamten in Brasilien

23. August 2001, 10:05
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Protest gegen mickrige Lohnerhöhung

Brasilia - Etwa 450.000 Bundesbeamte sind am Mittwoch in Brasilien für unbestimmte Zeit in einen Streik getreten, um höhere Löhne zu fordern. Die Streikenden wollen nach eigenen Angaben "strategische Dienstleistungsbereiche wie die Zollämter, Sozialversicherungsbehörden und die Universitäten lahm legen".

Die Beamten protestieren gegen die von Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso jüngst angekündigte Lohnerhöhung von 3,5 Prozent. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Hochschullehrer, Roberto Lehrer, bezeichnete das Angebot als einen "Schlag ins Gesicht". Die Beamten erhalten seit 1995 keine Lohnerhöhungen. Sie fordern deshalb einen völligen Ausgleich der seitdem wegen der angesammelten Inflation von 75,48 Prozent erlittenen Kaufkraftverluste.

Zehntausende von Beamten aus anderen Arbeitsbereichen wollen sich dem Streik anschließen. Andere stimmen über eine Teilnahme erst in den nächsten Tagen ab. (APA/dpa)

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