Mannesmann: Ex-Manager in Bedrängnis

22. August 2001, 18:57
posten

Aktionäre werfen früherer Unternehmensführung "Plünderung" vor - Umbenennung in Vodafone AG

Düsseldorf - Aktionäre der Mannesmann AG haben der früheren Unternehmensführung vorgeworfen, den Konzern durch millionenschwere Abfindungen im Zusammenhang mit der Übernahme durch Vodafone ausgeplündert zu haben. Auf der Hauptversammlung von Mannesmann bezeichneten Vertreter von freien Mannesmann-Aktionären am Mittwoch die Empfänger der Abfindungen als "Gangster", "Heuchler" und "Pharisäer". Dagegen verteidigte Vodafone-Chef Chris Gent die Abfindungszahlungen.

Umbenennung

IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, gegen den die Staatsanwaltschaft zuletzt Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit seinem Amt als Mannesmann-Aufsichtsrat aufgenommen hatte, ergriff das Wort dazu nicht. Auf dem Treffen sollte unter anderem die Umbenennung des Düsseldorfer Traditionsunternehmens in Vodafone AG beschlossen werden.

Ermittlungen

Die Behörde ermittelt nach eigenen Angaben gegen insgesamt zehn Personen, darunter neben Zwickel und Gent auch der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser sowie der ehemalige Aufsichtsrat und designierte Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann.

Gent in Verteidigungsstellung

Vodafone wandte sich als Besitzer der restlichen Kapitals gegen alle Kritik an der Unternehmensführung. Vodafone-Chef Gent, der auch dem Mannesmann-Aufsichtsrat vorsteht, verteidigte in einer Erklärung die umstrittenen Abfindungen und verwies darauf, dass die Mannesmann-Gremien die Zahlungen an die Führungskräfte genehmigt hätten. "Weder ich noch andere Vodafone-Manager oder Mitarbeiter haben zu irgendeiner Zeit Führungskräften oder Mitarbeitern von Mannesmann finanzielle Angebote oder Anreize gemacht", sagte er. Die Abfindungen entsprächen deutschem Recht und den Statuten von Mannesmann.

Entgegen der ursprünglichen Planungen der Firmenleitung soll erst die nächste Hauptversammlung über die Entlastung jener zehn Manager und ehemaligen Führungsmitglieder entscheiden, gegen die staatsanwaltschaftliche Ermittlungen laufen. Beantragt wurde die Verschiebung der Abstimmung über die Entlastung der amtierenden Aufsichtsräte Zwickel und Gent sowie der ehemaligen Mitglieder Ackermann, Joachim Funk und des Arbeitnehmervertreters Jürgen Ladberg. Ebenso zurückgestellt werden soll die Abstimmung über die Entlastung der ehemaligen Vorstände Esser, Albert Weismüller, Kurt Kinzius, Lars Berg und Peter Gerard. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.