Florierender Zubehörmarkt

22. August 2001, 18:47
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Obwohl nur wenige neue PC gekauft werden, werden die alten laufend erweitert

Wien - Obwohl vor allem im Bereich der Heimanwender die PC-Käufe in den letzten Monaten rapide zurückgefallen sind - nach einer Studie von IDC gingen im zweiten Quartal des heurigen Jahres die Umsätze in diesem Marktsegment in Österreich um 36 Prozent zurück -, geben die Benutzer weiterhin jede Menge Geld für ihren digitalen Liebling aus. Wenn man sich schon keinen neuen Computer leisten will, wird zumindest der alte mit Zubehör aller Art erweitert.

Logitech mit Rekordumsatz

So kann sich der Schweizer Peripherie-Hersteller Logitech, der heuer sein 20-jähriges Firmenjubiläum feiert und den Personal Computer praktisch von Anfang an begleitete, im letzten Quartal den Rekordumsatz von 177,9 Millionen US-Dollar (192,73 Mio. EURO/ 2,65 Mrd. S) verzeichnen, was gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr einer Steigerung von 26 Prozent entspricht. Für das Geschäftsjahr 2002 rechnet man bei Logitech mit einem weiteren Umsatzwachstum um etwa 25 Prozent, wobei der operative Gewinn sogar um bis zu 45 Prozent zulegen soll.

Logitech hat sich auf "Human Interface Devices", also die Schnittstelle zwischen Mensch und Computer, spezialisiert. Die Produktpalette reicht von Mäusen und Spieleingabegeräten bis zur Web-Kamera. Der jüngste Hit, den Logitech dieser Tage auf den Markt bringen wird, ist der "Cordless Desktop Optical", bestehend aus einer optische Maus und einer High-End-Tastatur mit Multimedia- und erweiterten Internetfunktionen, die beide per Funk mit dem PC kommunizieren.

Soundkarten und PC-Lautsprecher

Auch bei Philips freut man sich über rege Nachfrage bei Computerzubehör: So setzt der niederländische Elektronikkonzern jetzt auch auf Soundkarten und PC-Lautsprecher, einen Markt, der in Österreich bisher fest in den Händen von Creative lag, in dem Philips aber schon im kommenden Jahr einen Anteil von mindestens zehn Prozent erobern will.

Ab November wird Philips einen DVD+RW-Writer anbieten, mit dem der PC-Anwender seinen eigenen DVDs brennen kann, die sich auf jedem beliebigen DVD-Player abspielen lassen. Bisher wurde diese Option eigentlich nur Apple-Usern offeriert. Mit einem Preis von rund 15.000 S soll der Philips-DVD-Brenner den Massenmarkt erobern.

Die Holländer sehen aber auch in der Verbindung von PC und Unterhaltungselektronik noch ein großes Wachstumspotenzial. So kommt demnächst mit "JackRabbit" ein tragbarer CD-Player auf den Markt, mit dem man nicht nur unterwegs "richtige" Audio-CDs und MP3-CDs abspielen kann, sondern der über die USB- oder Firewire-Schnittstelle als CD-Brenner an jeden PC angeschlossen werden kann. (Uwe Fischer-Wickenburg, DER STANARD, Printausgabe 23.8.2001)

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