Siedler greifen internationale Beobachter in Hebron an

22. August 2001, 17:30
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Israelische Militärs beschuldigen TIPH-Mitarbeiter der Kollaboration mit der Fatah-Aktivisten

Jerusalem - Die Angriffe israelischer Siedler gegen die internationalen Beobachter in Hebron (TIPH) haben in den letzten Tagen zugenommen. Dies erklärte die Schweizerin Saida Keller, Sprecherin der TIPH, am Mittwoch. In zehn Tagen wurden neun der 15 TIPH-Patrouillenfahrzeuge zerstört.

Die Siedler hätten Steine gegen die Windschutzscheiben geworfen sowie die hinteren Scheiben und die Türen der Fahrzeuge demoliert, präzisierte Keller. Sie betonte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass Schweizer und andere internationale Beobachter misshandelt worden seien.

Der Zugang zum israelischen Sektor in Hebron ist den Beobachtern zurzeit untersagt. Die israelische Armee schränkte auch die Patrouillen in Zonen ein, in denen illegale Unterkünfte errichtet wurden, die für Siedler bestimmt seien, wie die Sprecherin sagte.

Kollaboration behauptet

Israelische Medien haben in der letzten Woche militärische Quellen zitiert, die behaupteten, dass die skandinavischen und schweizerischen Beobachter mit der Fatah-Aktivisten-Organisation Tanzim kollaborieren würden. Der Chef der TIPH hatte die israelischen Vorwürfe jedoch als unbegründet zurückgewiesen.

Die TIPH erwarte nun von der Schweiz, Norwegen, Schweden, Dänemark, der Türkei und Italien, welche die Hebron-Beobachter stellen, dass sie bei der israelischen Regierung intervenieren, um die Sicherheit der Patrouillen zu gewährleisten, sagte Keller.

Übereinkommen von 1994

Die Beobachter der TIPH, deren Mandat alle sechs Monate erneuert wird, gehen auf ein israelisch-palästinensisches Übereinkommen zurück, das 1994 geschlossen wurde.

Im Februar 1994 massakrierte ein israelischer Siedler 29 Palästinenser während eines Gebetes im Grab des Patriarchen. In Hebron leben etwa 400 jüdische Siedler in einer Enklave unter 120.000 Palästinensern. (APA/sda)

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