Ermittlungen gegen 20 Polizisten wegen Gewaltexzess

22. August 2001, 17:13
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An Razzia in Schule beteiligt - Deutsche erneut verhört

Genua - Die Staatsanwaltschaft in Genua ermittelt gegen 20 Polizisten wegen ihres Vorgehens gegen Demonstranten beim G-8-Gipfel Ende Juli. Bei ihnen soll es sich nach Presseberichten um Mitglieder einer 140 Mann starken Einsatztruppe handeln, die am 22. Juli an der Razzia in einer Schule beteiligt waren, wo Globalisierungsgegner untergebracht waren. Bei dem Einsatz wurden 93 Personen verhaftet, 61 von ihnen mussten ärztlich behandelt werden.

Zu den 20 Polizisten soll auch der frühere Leiter der italienischen Antiterror-Abteilung, Arnaldo La Barbera, gehören, der im Anschluss an die Demonstrationen seines Amtes enthoben worden war. Der genuesische Oberstaatsanwalt Francesco Meloni hatte bereits am Dienstag von Ermittlungen gegen Polizeiangehörige gesprochen, die schwerwiegende Misshandlungen begangen hätten, ohne weitere Details zu nennen.

Am Mittwoch wurden mehrere Deutsche erneut verhört, denen die Mitgliedschaft im anarchistischen Schwarzen Block (Black Block) vorgeworfen wird. Derzeit sitzen noch 15 Deutsche in Untersuchungshaft. Ein 34 Jahre alter Italiener, der Waffen an gewaltbereite Demonstranten verteilt haben soll, wurde dagegen freigelassen, nachdem sich der Verdacht nicht bestätigt hatte. (APA/AP)

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